Libro muss Konkurs anmelden

17. Juni 2002, 12:05
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Keine Einigung mit den Banken - Geschäftsfortführung noch einen Monat gesichert

Das Schicksal der Buch- und Medienhandelskette Libro ist nun endgültig besiegelt. Nachdem auch die letzten Versuche, die Weiterfinanzierung des Unternehmens sicher zu stellen, gescheitert sind und damit keine positive Unternehmensfortführung mehr gegeben ist, werde der Vorstand den Konkursantrag beim Landesgericht Wiener Neustadt einreichen. Dies teilte Libro in einer Aussendung mit. Die 268 Filialen sollen bis auf weiteres fortgeführt werden. Die Mittel zur Fortführung sollten zumindest über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen aus den täglichen Eingängen, insbesondere aus einem Konkursabverkauf, aufbringbar sein. Zum Masseverwalter wurde Günther Viehböck bestellt, der sich schon im Vorjahr um die Causa gekümmert hatte.

Betroffen

Vom Konkurs betroffen sind insgesamt 2.372 Dienstnehmer, wovon 1.826 Mitarbeiter bei Libro und 546 bei Amadeus beschäftigt sind. Diese wurden bereits Anfang Juni beim AMS zur Kündigung vorangemeldet. Libro selbst rechnet damit, dass aufgrund der bereits "sehr weit gediehenen Gespräche zur Übernahme von Amadeus und der vorhandenen Interessenten für Libro" - eine Verwertung der Teilbetriebe des Gesamtunternehmens innerhalb einer angemessenen Zeit nach Konkurseröffnung möglich sei. Im Gespräch sind unter anderem die Donau Design mit ihrem Geschäftsführer Franz Georg Stern oder der oberösterreichische Papiergroßhändler Anton Stahrlinger. Stern galt übers Wochenende als "letzte Hoffnung" für Libro.

Kredit

Libro hätte von den Banken einen Überbrückungskredit von bis zu 50 Millionen Euro gebraucht, um die dritte Ausgleichsquote, die Urlaubsgelder, die Lieferanten und auch die fälligen Mieten zu bezahlen. Die RZB teilte in einer Aussendung mit, dass es kein Geld mehr für Libro geben werde. "Durch den überraschenden Markteinbruch ab Februar 2002 mündeten die Sanierungsbemühungen - die Schließung von Libro Deutschland, der Verkauf von Lion.cc und Libro Entertainment und die Schließung einiger unrentabler Filialen - vorerst nicht im erforderlichen Geschäftserfolg", hieß es. Trotz intensiver Bemühungen konnte ein Eigenkapitalgeber, der die für die Fortführung nötige Zusatzfinanzierung einbringe, nicht gefunden werden. Die Konsortialbanken seien daher übereingekommen, ihrerseits keine weitere Finanzierungszusage mehr abzugeben. (pte)

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