"Neues Blut" aus Indien für Webber-Musical

17. Juni 2002, 11:58
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Der Erfolgsproduzent holt Träume aus Bombay nach London

London - Andrew Lloyd Webber gibt nicht auf. Der britische Musical-König und Multimillionär schaut nach Indien, um die von ihm zu weltweiter Berühmtheit gebrachte Form des Musiktheaters neu zu beleben. Das Musical "Bombay Dreams" hat am Mittwoch in London Premiere. Lloyd Webber tritt als Produzent auf. Komponiert ist das Stück, das vor dem Hintergrund der indischen Filmstadt "Bollywood" spielt, von dem jungen Inder AR Rahman. Lloyd Webber nennt ihn den "asiatischen Mozart".

Neue Inspiration

Mit der Absetzung seiner langjährigen Hits "Cats" und "Starlight Express" sowie des Fußball-Musicals "The Beautiful Game" in London hatte Lloyd Webbers 35 Jahre währende Erfolgskarriere in den vergangenen Monaten gleich mehrere Dämpfer erhalten, die auch Ausdruck von Stagnation sind. Nun hat der Komponist nach eigenen Angaben in der indischen Gegenwartsmusik "neue Inspiration" gefunden. "Die Wiederbelebung der populären Melodie musste von außerhalb Europas und den USA kommen", sagte er vor kurzem in einem Zeitungsinterview. "Ich liebe Musicals, sie waren sehr gut zu mir, aber wir brauchen neues Blut."

Das Musical ist "nicht tot"

Der Brite will mit seinem Engagement für die "frischen und unglaublich rhythmischen Melodien" des jungen Inders aus Madras beweisen, dass das Musical "nicht tot" ist. In der Musik der Bollywood-Filme habe er "die Zukunft des Musicals" gehört. Nun gehe es darum, eine "weiße" Zuhörerschaft dafür zu finden, sagte Lloyd Webber der Zeitung "Evening Standard."

Hohe Investitionen

Lloyd Webber weiß, dass sein Traum von einem exotischen Neuanfang platzen könnte. Er hat 4,5 Millionen Pfund (7,2 Millionen Euro) in "Bombay Dreams" investiert. Für die Premiere im Apollo-Theater hat es weitaus weniger Vorausbuchungen gegeben als etwa für die Musical-Version des Kinderfilmklassikers "Chitty Chitty Bang Bang" oder "We Will Rock You" mit Songs der Rockband Queen. "Es ist ein Risiko, und ich wäre unehrlich, würde ich das nicht zugeben", sagte der Komponist. (APA/dpa)

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