Mandatsverteilung in der neuen französischen Nationalversammlung

17. Juni 2002, 10:13
posten

Zweidrittelmehrheit für das bürgerliche Lager

Paris - In Frankreich hat das rechtsbürgerliche Wahlbündnis "Union für die Präsidentenmehrheit" (UMP) von Präsident Jacques Chirac künftig die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Die Zentrumsunion UDF und weitere bürgerliche Parteien eingerechnet, kommen Neogaullisten und Liberale auf eine Zwei-Drittel-Mehrheit von 399 Abgeordnetensitzen. Nach dem am Montagmorgen vom Pariser Innenministerium veröffentlichten vorläufigen Endergebnis der Parlamentswahl verteilen sich die Sitze wie folgt:

CHIRAC-LAGER

UMP (Union für die Präsidentenmehrheit) 355 UDF (Union für die französische Demokratie) 29 Liberaldemokraten (außerhalb der UMP) (DL) 2 "Rassemblement pour la France" (RPF) (Dissidente Gaullisten/Charles Pasqua) 2 "Mouvement pour la France" (MPF) (Rechtsnationalisten/Philippe de Villiers) 1 Andere Rechtsbürgerliche 10

LINKES LAGER

Sozialisten (PS) 140 Kommunisten (PCF) 21 Radikalsozialisten (PRG) 7 Andere Linke 6 Grüne 3

Regionalisten 1

In der vorangegangenen Legislaturperiode (1997-2002) hatten die Linksparteien eine Mehrheit von zuletzt 314 Sitzen, die bürgerliche Rechte zählte 245 Abgeordnete. Chiracs Union für die Präsidentenmehrheit wurde wenige Wochen vor der Parlamentswahl ins Leben gerufen. Das Wahlbündnis umfasst die Neogaullisten (RPR), die Liberaldemokraten (DL) sowie eine Reihe von Politikern der UDF.

Die rechtsextreme "Nationale Front" (FN) von Jean-Marie Le Pen erhielt trotz eines Stimmenanteils von 11,1 Prozent in der ersten Wahlrunde keinen Sitz in der Nationalversammlung. Keiner ihrer Kandidaten schaffte im zweiten Durchgang die erforderliche Mehrheit. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 60,7 Prozent und war damit niedriger als je zuvor. (APA)

Share if you care.