Spar mit neuer Unternehmensanleihe

17. Juni 2002, 12:50
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Bereicherung für die in Österreich spärliche Palette dieser Anlageform

Wien - Die Spar Österreichische Warenhandels AG, die bereits im Vorjahr mit einer Unternehmensanleihe an den Markt herangetreten war, legt jetzt ihren zweiten Corporate Bond zur Zeichnung auf. Die Anleihe, die unter dem gemeinsamen Leadmanagement von Raiffeisen Zentralbank (RZB) und Erste Bank begeben wird, wird ein Gesamtvolumen von 150 Mio. Euro und eine Laufzeit von sieben Jahren aufweisen. Der Zinssatz liegt mit sechs Prozent pro Jahr deutlich über jenem für Anleihen der öffentlichen Hand. Die Zeichnungsfrist läuft vom 19. bis 28. Juni. Die Wertpapiere können bei allen österreichischen Banken gezeichnet werden.

Mit dem Emissionserlös will Spar die bereits laufende Modernisierungsoffensive für das bestehende Geschäftsnetz rascher umsetzen. "Mit dieser forcierten strategischen Weiterentwicklung der Betriebstypen Spar, Eurospar und Interspar setzt Spar die dynamische Entwicklung des Unternehmens der vergangenen Jahre konsequent fort", heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Dass Unternehmensanleihen, begünstigt durch die Flaute an den Aktienmärkten, derzeit im Trend liegen und in Österreich für diese Finanzierungsform noch ein erheblicher Nachholbedarf besteht, bestätigt auch die Bank Austria. Vorstandsdirektor Willi Hemetsberger wies darauf hin, dass der Anteil der Corporate Bonds am Gesamtumlauf des Anleihemarktes hierzulande nur bei vier Prozent liege gegen 24,5 Prozent in Großbritannien, je 15,5 Prozent in Schweden und den Niederlanden sowie 12,6 Prozent in den USA. In Österreich befinden sich derzeit nur 15 Unternehmensanleihen im Umlauf.

Attraktive Finanzierung

Für die Unternehmen sei die Finanzierung über den Kapitalmarkt schon deshalb attraktiv, weil die damit verbundene Diversifizierung eine größere Unabhängigkeit von den Banken bedeute, argumentiert die Bank Austria sogar gegen die eigenen Interessen. Auch könnten dadurch größere Volumina ohne Belastung der Kreditlinie dargestellt werden. Außerdem erlaube der Kapitalmarkt längere Laufzeiten als der Kreditmarkt, wo ein Fixzinssatz maximal auf die Dauer von fünf Jahren gewährt werde.

Auch für den Anleger sieht die Bank Austria Vorteile der Corporate Bonds. Sie bieten höhere Renditen als Staatsanleihen, und das Risiko hält sich im Vergleich mit Aktien dennoch in Grenzen.

Die Spar Österreichische Warenhandels AG ist ein rein österreichisches Privatunternehmen. Mehr als 90 Prozent der Anteile werden von den Gründerfamilien gehalten. Das Kerngeschäft liegt im Groß- und Einzelhandel mit Lebens- und Nichtlebensmitteln des täglichen Bedarfs. Im Vorjahr wurde an rund 1500 Standorten mit zusammen 29.200 Mitarbeitern ein Umsatz von 3,35 Mrd. Euro erwirtschaftet. (gb/DER STANDARD, Printausgabe, 17.6.2002)

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