Gedenken an ermordete Hitler-Kollaborateure in Laibach

16. Juni 2002, 17:25
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Kommunistische Massenmorde "größtes Unglück in der Geschichte Sloweniens"

Laibach/Wien - Am Laibacher Friedhof Zale ist am Samstagabend bei der "Linde der Versöhnung" der von den Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg ermordeten zehntausenden Domobranzen gedacht worden. Die "Bürgerbewegung für die Volksversöhnung" begeht dort alljährlich eine Gedenkfeier anlässlich des "Tages der Schuld, der Vergebung und Versöhnung", meldet die slowenische Nachrichtenagentur STA. Nach den Worten des Vorsitzenden der Bewegung, Stanislav Klep, gedenke man damit "des größten Unglücks in der Geschichte des Volkes, der Massenmorde an Domobranzen und anderen Slowenen, die sich dem Bolschewismus widersetzt haben".

Schätzungen zufolge sind den Massenmorden an deutschen Soldaten und ihren tatsächlichen oder vermeintlichen lokalen Kollaborateuren auf dem Gebiet des heutigen Slowenien etwa 300.000 Menschen zum Opfer gefallen. Etwa die Hälfte der vermuteten Massengräber ist bisher noch gar nicht entdeckt worden, eine gesetzliche Regelung der Gräberfürsorge steht ebenfalls noch aus.

Laut Klep hat der Gedenkakt mittlerweile "staatliche Bedeutung" erhalten, da an ihm auch eine Ehrenkompanie der slowenischen Armee teilnehme. Klep sagte, man gedenke all jener slowenischen Soldaten und Kämpfer, die in den beiden Weltkriegen und dem unmittelbar daran anschließenden Bürgerkrieg gefallen seien und bis heute noch keine gekennzeichneten Gräber erhalten hätten.

Im Zusammenhang mit dem Kriegsgräbergesetz das im slowenischen Parlament jüngst zu heftigen Kontroversen zwischen Abgeordneten der Mitte-Links-Koalition und der rechtsgerichteten Opposition geführt hat, sagte Klep, die Regierung versuche zwar einen "Akt der Pietät" zu setzen, lehne aber gleichzeitig eine entsprechende Kennzeichnung der Gräber von Opfern "kommunistischer Gewalt" ab. Außerdem verurteile die Regierung in ihrer Vorlage den "Staatsterrorismus" nicht. (APA)

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