Rückblick: Glomser Gesamtsieger 2002

5. Juni 2003, 19:24
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Der Saeco-Fahrer gewann mit zwei Sekunden Vorsprung auf Hans-Peter Obwaller vom Nationalteam

Graz - Gerrit Glomser war der glückliche Gewinner im "Sekunden-Krimi" der Bank-Austria-Tour. Nach 1.154 Kilometern und sieben Etappen entschieden zwei Sekunden zu Gunsten des 27-Jährigen Saeco-Profis und gegen seinen Salzburger Landsmann Hans Peter Obwaller. Der letzte Abschnitt von St. Michael/Lungau nach Graz (200 km) endete am Sonntag mit dem Sieg des Australiers Scott Sunderland, Glomser und Obwaller rollten 54 Sekunden später am Ende des Verfolgerfeldes Hand in Hand über die Linie. Sie hatten erst auf den letzten 60 Kilometern dank erfolgreicher Jagd auf eine Ausreißergruppe ihre Spitzenplätze gerettet, Dritter wurde mit Peter Luttenberger (45 Sekunden zurück) ebenfalls ein Österreicher.

Erster Bonussprint entschied

"Ein Traum ging in Erfüllung. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ich jemals die Österreich-Rundfahrt gewinnen kann", erklärte Glomser, der für den 30. Sieg eines heimischen Fahrers sorgte. Er hatte gleich beim ersten Bonus-Sprint in Murau (Km 42) für Platz eins drei Sekunden Zeitgutschrift gesammelt und so den Minimal-Rückstand gegenüber Obwaller in einen Vorsprung von zwei Sekunden verwandelt. Damit hatte Glomser die besten Karten.

Pettersen vorübergehend in Gelb

Doch er musste um seinen ersten Erfolg in einem Etappenrennen noch gehörig zittern: "Ich habe nach Murau die Zügel etwas schleifen lassen und schon war das Loch da", schilderte Glomser jene Situation, in der 16 Fahrer ausrissen und mehr als fünf Minuten Vorsprung herausholten. Damit war theoretisch der Däne Jörgen Bo Petersen, Gesamt-Sechster mit 1:46 Rückstand, Gesamtsieger vor Harald Morscher (10./+4:02).

Saeco und Nationalteam mit vereinten Kräften

Auf dem letzten Drittel der überlangen Schlussetappe über das Gaberl machten die bisherigen Konkurrenten, Saeco und die Nationalteam-Kollegen Obwallers, jedoch gemeinsame Sache und reduzierten den Rückstand kontinuierlich. "Ich habe schon Angst gehabt, dass es mit dem Sieg vorbei ist", sagte Glomser. Als bei der ersten Zieldurchfahrt 16 Kilometer vor dem Ende Petersen auch noch in der Schlusskurve stürzte, stand der erste heimische Dreifach-Sieg seit 1975 (Steinmayr vor Mitteregger und Humenberger) fest.

Obwaller nicht enttäuscht

Der schönste Moment sei es gewesen, gemeinsam mit Obwaller über die Linie zu rollen, sagte Glomser. "Wir hätten es beide verdient, ganz oben zu stehen." Obwaller eroberte wie im Vorjahr den zweiten Gesamtrang und war keineswegs enttäuscht. "Mit dem Etappensieg auf dem Kitzbühler Horn und dem zweiten Gesamtrang bin ich sehr zufrieden", erklärte der Pinzgauer, der am Montag 31 Jahre alt wird.

Kleinster Vorsprung eingestellt

Er hatte seinen Landsmann auf der 16-km-Schlussrunde mit einer Bergwertung (Wenisbuchplatte) nicht mehr attackiert. "Das wäre bei diesem Regen viel zu gefährlich gewesen." Sein Rückstand in der Schlusswertung war mit der kleinste in der 54-jährigen Rundfahrt-Geschichte. Auch 1976 hatte Wolfgang Steinmayr mit zwei Sekunden Vorsprung auf den Italiener Luca Olivetto triumphiert. (APA)

Schlussklassement:

1. Gerrit Glomser (AUT/Saeco) 28:05:49 Stunden - 2. Hans Peter Obwaller (AUT/Nationalteam) 0:02 Minuten zurück - 3. Peter Luttenberger (AUT/Nationalteam) 0:45 - 4. Lennie Kristensen (DEN/EDS Fakta) 1:20 - 5. Hannes Hempel (AUT/Bikedrive Linz) 1:25 - 6. Jörgen Bo Petersen (DEN/EDS Fakta) 1:48 - 7. Maurizio Vandelli (ITA/Elk Schrems) 2:14 - 8. Valter Bonca (SLO) 2:56 - 9. Jewgenij Petrow (RUS) 3:16 - 10. Mitja Mahoric (SLO) 3:20 - 11. Harald Morscher (AUT/Nürnberger) 3:33 - weiters: 18. Martin Moser (AUT/Bikedrive) 9:04 - 26. Arnold Eisel (AUT/Elk) 14:26.

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