Fünf Tote nach schwerem Unfall bei Bozen

16. Juni 2002, 16:49
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Riskantes Überholmanöver - Schwangere und zwei Jugendliche unter den Opfern

Bozen - Fünf Tote hat der schwere Verkehrsunfall Samstagabend im Vinschgau in Südtirol gefordert, ein fünfjähriges Mädchen schwebte nach der Tragödie vorerst noch in Lebensgefahr: Auslöser dürfte ein riskantes Überholmanöver gewesen sein.

Das fünfjährige Mädchen aus Mazedonien wurde mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus nach Bozen gebracht. Ihr Zustand war vorerst ernst: Nach mittlerweile drei Operationen schwebte sie am Sonntag immer noch in akuter Lebensgefahr.

Überholmanöver

Bei dem Zusammenstoß dreier Autos auf der Südtiroler Staatsstraße im Vinschgau wurden ein 20-jähriger Bursch und seine gleichaltrige Begleiterin aus Schlanders in einem Ford Escort getötet. In dem zweiten Unfallwagen saß eine mazedonische Familie. Der Mann und seine im sechsten Monat schwangere Frau waren ebenfalls auf der Stelle tot, genauso eine mitgefahrene Tante. Die kleine Tochter der Familie lebte noch, als sie von den Rettungskräften geborgen und sofort künstlich beatmet wurde. Die Insassen eines dritten Autos, drei Vinschgauer, kamen bei dem schweren Unfall noch relativ glimpflich und mit nur leichten Verletzungen davon.

Es war kurz vor 23.00 Uhr, als es bei Laas im Vinschgau zu dem folgenschweren Überholmanöver kommt. Der 20-jährige Bursch aus Schlanders, der ein junges Mädchen mit seinem Auto chauffierte, war gegen 23.00 Uhr auf der Südtiroler Staatsstraße in Richtung Reschenpass zu einem Lokal unterwegs. Der Wagen dürfte bei einem Überholmanöver ins Schleudern geraten sein: Das Fahrzeug krachte frontal gegen den entgegenkommenden Volkswagen des 32-jährigen Mazedoniers und kollidierte dann noch mit einem dritten Pkw.

Zwei Autos gingen in Flammen auf. Für das junge Vinschgauer Pärchen gab es keine Chance - es kam in den Flammen um.

Für die Einsatzkräfte bot sich am Unfallort ein Bild des Grauens, schilderte Giuseppe Mancaniello von den Carabinieri in Schlanders: "Man konnte sehen, dass es gebrannt hat und dass mehrere Personen aus dem Auto geschleudert woren waren. Das erschwert auch unsere Ermittlungen sehr." Vorerst waren die Carabinieri dabei, den genauen Unfallhergang zu rekonstruieren. (APA)

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