Maradona will Teamchef werden

16. Juni 2002, 13:02
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Die argentinische Legende bietet sich gratis an

Panama/Yokohama - Diego Maradona hat sich um das Amt des argentinischen Nationaltrainers beworben, und er will dafür nicht einmal bezahlt werden. "Ich habe es schon immer gesagt und ich sage es erneut: Ich würde die Nationalelf trainieren und würde keinen einzigen Peso dafür nehmen", erklärte Argentiniens Fußball-Idol in Panama, wo er vom früheren Box-Weltmeister Roberto Duran zur Feier seines 52. Geburtstages eingeladen wurde.

"Ich bin bereit"

Der 41-jährige Maradona, der nach dem argentinischen Vorrunden-Aus bei der WM harsche Kritik an der Personalpolitik von Coach Marcelo Bielsa geübt hatte, sagte weiter: "Ich bin bereit, das Amt zu übernehmen, wenn man mich fragt."

In den Umfragen argentinischer Medien rangiert der vom jahrelangen Drogenkonsum gezeichnete Ex-Weltstar allerdings unter ferner liefen. Und noch ist der Posten des Cheftrainers gar nicht vakant. Nach dem mehr als 30-stündigen Rückflug aus Japan äußerte sich Bielsa bei einer provisorischen Pressekonferenz auf dem Flughafen von Buenos Aires nicht über seine Zukunft.

Bielsa noch nicht zurückgetreten

"Ich werde darüber nachdenken, und ganz sicher werde ich meine Entscheidung nicht öffentlich bekannt geben", sagte der 46-Jährige, der allerdings die ganze Schuld für die WM-Pleite auf sich nahm: "Die WM war ein Fiasko. Ich bin der einzige Verantwortliche für das Scheitern." In diversen Meinungsumfragen fordern übereinstimmend rund 80 Prozent der tief enttäuschten Argentinier, den zum Monatsende auslaufenden Vertrag mit Bielsa nicht mehr zu verlängern. Mehr als die Hälfte aller Argentinier wünschen sich Claudio Bianchi, der zuletzt die Boca Juniors trainiert hatte, als neuen Coach.

Die Entscheidung darüber wird voraussichtlich erst nach dem WM- Finale fallen, wenn der argentinische Verbandschef und FIFA- Vizepräsident Julio Grondona aus Yokohama nach Argentinien zurückkehrt. Angesichts der Wirtschaftskrise im Lande und dem frühen WM-Aus, das auch finanziell ein Desaster für den argentinischen Verband AFA bedeutet, ist nur eine kostengünstige Lösung denkbar.

Finanzielle Probleme im Verband

Das Scheitern bei der WM kostet den Verband, der zumindest mit der Halbfinalteilnahme und daher mit umgerechnet 8,13 Mill. Euro gerechnet hatte, viel Geld. Hochkarätige und renommierte Trainer wie den bei Inter Mailand beschäftigten Hector Cuper kann sich der Verband deshalb schon gar nicht leisten. Selbst Bielsa hat nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn kein Gehalt mehr bekommen. Dabei hatte sich seine Monatsgage von 80.000 Dollar nach Argentiniens Loslösung vom Dollar bereits auf ein Viertel reduziert.(APA)

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