Palästinensischer Innenminister Yahia will Militante entwaffnen

16. Juni 2002, 17:56
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Selbstmordanschläge "haben nichts gebracht"

Ramallah - Der neue palästinensische Innenminister Abdula Rasak Yahia will alle bewaffneten Milizen innerhalb der Autonomiegebiete entwaffnen und die Sicherheitskräfte unter seiner Führung vereinigen. In einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit palästinensischen Zeitungen kündigte der 73-Jährige an, er wolle die Milizen auflösen und Selbstmordanschläge gegen Israelis verhindern. Yahia flog am Sonntag nach Kairo, um dort mit der Polizeiführung Ägyptens über die Reform der palästinensischen Sicherheitskräfte zu beraten.

Yahia war erst vor zwei Wochen von Palästinenser-Präsident Arafat zum Innenminister ernannt worden. Er versprach, "alle Formen von Milizen ein für alle Mal aufzulösen". Die bewaffneten Gruppen sollten sich stattdessen in der Politik in den Palästinenser-Gebieten engagieren, gleichgültig, ob sie Arafat unterstützten oder nicht. Die zwölf palästinensischen Polizei- und Sicherheitsorganisationen will er künftig unter seinem Oberkommando in zwei Organisationen zusammenfassen.

Anschläge verurteilt

Scharf verurteilte Yahia die Selbstmordanschläge gegen Israelis, die "nichts gebracht haben". Sie hätten lediglich zur Zerstörung der palästinensischen Infrastruktur und "zu einer Verschiebung der Machtverhältnisse in Israel" geführt. Yahia, ein langjähriger Weggefährte Arafats, räumte ein, dass seine Aufgabe schwierig sei. "Wir dürfen uns dabei keine Fehler mehr erlauben. Jeder Fehler wird uns teuer zu stehen kommen", warnte der Minister. (APA)

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