Schießerei in Salzburg wegen Scheidung

16. Juni 2002, 11:32
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Tunesier verkraftete Trennung nicht - Paar dürfte überleben

Salzburg - Jenes Ehepaar in der Stadt Salzburg, das gestern, Samstag, bei einem Mord- und Selbstmordversuch Kopfschüsse erlitten hat, dürfte die Verletzungen überleben. Das sagte der Leiter der Kripo Salzburg, Rudolf Feichtinger, auf Anfrage der APA. Das Paar hätte Ende Juli die nächste Scheidungsverhandlung bei Gericht gehabt. Der Mann, der die Schüsse abgefeuert hat, dürfte laut Feichtinger die Trennung einfach nicht verkraftet haben.

Der 40-jährige Tunesier hatte gestern kurz vor 16 Uhr auf seine Noch-Frau vor deren Wohnung im Stadtteil Nonntal gewartet. Als die Taxlerin ankam, kam es zuerst zu einem Streit. Dabei zog der Tunesier dann plötzlich eine Pistole und schoss der Frau, die noch im Taxi saß, drei Mal in den Kopf. Danach richtete er die Waffe gegen sich selbst und drückte noch drei oder vier Mal ab. Die beiden wurden in das Unfallkrankenhaus eingeliefert. Bei der 38-Jährigen wurden keine Projektile im Kopf gefunden. Diese sind entweder wieder ausgetreten oder an Knochen abgeprallt. Dem Mann mussten die Projektile bei einer mehrstündigen Operation aus dem Kopf entfernt werden.

Dass die beiden überhaupt überlebt haben, ist laut Feichtinger nur dem Umstand zu verdanken, dass der Tunesier eine Kleinkaliberpistole verwendet hatte, und zwar eine Astra 6,35 mm. Die Waffe hatte der Mann illegal besessen. "Die Frau ist über dem Berg, und auch der Mann dürfte überleben", gab Feichtinger die Auskünfte des Spitals wieder.

Das Ehepaar, das keine Kinder hat, lebt in Scheidung. Der 40-Jährige hat das aber nicht verkraftet. Mehrmals ist es in jüngster Zeit bereits zu Auseinandersetzungen und Drohungen gekommen, so dass die Polizei einschreiten musste und auch ein Betretungsverbot gegen den Mann aussprach. Seither sei er ohne fixen Aufenthaltsort. Vor der Tat sei er noch bei einer Nachbarin gewesen und habe erneut geklagt, dass er mit der Trennung nicht klar komme. (APA)

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