Portugals Teamchef zum Rücktritt aufgefordert

15. Juni 2002, 12:52
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Oliveira ist nach Ansicht der Fans und der Presse der Schuldige für das frühe Scheitern des Starensembles

Lissabon - Für die portugiesischen Fans sowie die nationale Presse steht fest, dass den Großteil der Schuld am Scheitern der Nationalmannschaft bei der Fußball-WM 2002 Teamchef Antonio Oliveira trägt. Obwohl der Vertrag noch bis zur EM 2004 im eigenen Land läuft, wird bereits jetzt lautstark der Rücktritt von Oliveira gefordert. "Er muss rasch zurücktreten. Oliveira darf nicht für das EM-Team 2004 verantwortlich sein", schrieb das Wochenblatt "Expresso".

"Desaströse Taten

Mit dem Titel "Adieu Oliveira" wies die Sportzeitung "Record" darauf hin, dass 90 Prozent ihrer Leser für das Ende der Ära Oliveira sind. "Joao Pinto, Beto und Antonio Oliveira sind die großen Schuldigen. Die beiden Spieler wegen ihrer Ausschlüsse und der Trainer wegen seinen desaströsen Taten", meinte die Tageszeitung "24 Horas". Die Führung des nationalen Verbandes (FPF) wird nun prüfen, ob der Coach weiter im Amt bleibt. "Wir hatten von Oliveira nie verlangt, dass er mit Portugal den WM-Titel holt. Aber natürlich hatten wir erwartet, dass wir weiter kommen", erklärte FPF-Präsident Gilberto Madail.

Entsetzen

Die Fans in der Heimat waren vor allem über die Auswechslung von Stürmer Pauleta in der 69. Minute entsetzt. Wenige Sekunden später hatten die Südkoreaner, die zwei Mann mehr auf dem Feld hatten, das entscheidende 1:0 erzielt. "Auf was hat er gewartet? Auf ein Wunder? Die passieren nicht jeden Tag", ärgerte sich ein Anhänger in Lissabon. "Diese Niederlage muss auch der Trainer auf seine Kappe nehmen", lautete die Analyse von Jose Augusto, der 1966 mit den Portugiesen WM-Dritter wurde.

Für den Großteil der enttäuschten Portugiesen war dies das bittere Ende der "Goldenen Generation" rund um Luis Figo und Joao Pinto, die 1989 und 1991 Junioren-Weltmeister geworden war. (APA/AFP/Reuters)

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    Antonio Oliveiras Tage als Teamchef Portugals sind gezählt.

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