Bewohner der Falklands gedenken Ende des Krieges vor 20 Jahren

15. Juni 2002, 11:03
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Blair für Errichtung eines Denkmals auch für getötete Argentinier

Port Stanley - Hunderte Bewohner der Falkland-Inseln und britische Soldaten haben am Freitag auf dem Archipel dem Ende des Krieges zwischen Argentinien und Großbritannien vor 20 Jahren gedacht. Bei dichtem Winternebel versammelten sie sich vor dem Befreiungsdenkmal von Port Stanley, auf dem die Namen der bei dem Konflikt auf britischer Seite getöteten 255 Soldaten und Zivilisten eingraviert sind.

Der britische Premierminister Tony Blair sprach sich in einer über den BBC-Rundfunk ausgestrahlten Botschaft in versöhnlichem Ton für die Errichtung eines Denkmals für die rund 650 getöteten Argentinier aus. An der Gedenkveranstaltung nahmen auch mehrere Veteranen des Falkland-Krieges teil.

Am 2. April 1982 war ein Expeditionskorps argentinischer Soldaten zu den zwischen Argentinien und Großbritannien umstrittenen Falklandinseln (Islas Malvinas) aufgebrochen. Britische Truppen eroberten die Inseln nach verlustreichen Kämpfen zurück. Als das britische U-Boot "Conqueror" den argentinischen Kreuzer "General Belgrano" versenkte, starben 332 argentinische Soldaten. Argentinien kapitulierte nach zweieinhalb Monaten. Offiziell endete der Falklandkrieg am 12. Juli 1982.

In Argentinien führte die Niederlage 1983 zum Sturz der Militärjunta, in Großbritannien stärkte der Sieg der konservativen Regierung von Margaret Thatcher den Rücken. Erst 1990 nahmen Argentinien und Großbritannien wieder diplomatische Beziehungen auf. Das umstrittene Thema der Falkland-Inseln blieb seitdem bei bilateralen Verhandlungen weitgehend ausgeklammert. Trotz der Niederlage erhebt Argentinien weiterhin Ansprüche auf den südlichen Archipel, auf dem rund 2300 Menschen Leben. (APA)

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