Mediaset will Commerzbank-Plan zur Kirch-Rettung überprüfen

14. Juni 2002, 21:21
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Berlusconis TV-Gruppe bestätigt Interesse

Die Mailänder Mediengesellschaft Mediaset unter Kontrolle des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi hat am Freitag bestätigt, dass sie den Plan zur Rettung der insolventen deutschen Kirch-Gruppe überprüfen wolle, den die Commerzbank ausgearbeitet hat. Dies berichtete ein Sprecher von Mediaset nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur AGI. Das Unternehmen kenne die Einzelheiten des Plans noch nicht, Mediaset wolle ihn mit Aufmerksamkeit überprüfen, so der Sprecher.

Auch die "Nummer zwei" der Mediaset, Piersilvio Berlusconi, Sohn des Ministerpräsidenten hatte diese Woche unterstrichen, dass die Mailänder TV-Holding die Entwicklungen in Deutschland genau beobachte. Die Haltung entspreche noch dem Motto "Wait and see", hatte Berlusconi Junior betont.

In den vergangenen Wochen hatte die Aussicht eines massiven Einsatzes von Mediaset zur Rettung der KirchGruppe in ganz Europa eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Dem italienischen Ministerpräsidenten, der in Italien drei TV-Kanäle kontrolliert und regierungsfreundliche Manager an die Spitze des Staatsfernsehens RAI gesetzt hat, wurde vorgeworfen, auch die Berichterstattung im europäischen Medienmarkt beeinflussen zu wollen. Die Mediaset-Mutter Fininvest hält eine 5-prozentige Beteiligung an der KirchGruppe. (APA)

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