Futtermittelindustrie zur Kasse gebeten

14. Juni 2002, 23:01
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Obolus für deutsche Nitrofenaffäre

Berlin - Die deutsche Verbraucherschutzministerin Renate Künast will die Futtermittelindustrie dazu verpflichten, finanzielle Entschädigung für Bauern wegen der Nitrofenaffäre zu leisten. Die Grünen-Ministerin forderte am Freitag nach Gesprächen mit Vertretern von Ökoverbänden die Futtermittelindustrie auf, "möglichst schnell" einen Hilfsfonds für Betriebe anzulegen. Außerdem müssten die Hersteller kostenlos unbelastetes Ersatzfutter zur Verfügung stellen und die Kosten für die Entsorgung von mit Nitrofen verseuchtem Futter übernehmen. Künast erinnerte auch die Versicherungen an Zahlungsverpflichtungen. Sie kündigte auch staatliche Liquiditätshilfen an.

Summen wollte Künast nicht nennen. Sie verwies darauf, dass das Ausmaß des Nitrofenskandals durch das Übergreifen von der Bio- auf die konventionelle Landwirtschaft noch nicht absehbar sei. Am Freitag waren noch rund 400 konventionelle Höfe wegen Nitrofenverdachts gesperrt. (afs/DER STANDARD, Printausgabe 15./16.06.2002)

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