Kampf um tschechischen Fernsehsender "Nova" entbrannt

14. Juni 2002, 20:20
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Unklarheit über angebliche Ablösung von Generaldirektor Zelezny

Ausgerechnet am ersten Tag der Parlamentswahlen ist in Tschechien plötzlich ein Kampf um den privaten Fernsehkanal "Nova" entbrannt. Einer der Geschäftsführer von der Gesellschaft "CET 21", Ales Rozehnal, gab unerwartet bekannt, dass der bisherige Chef des Senders Vladimir Zelezny ("Der tschechische Berlusconi") von seinen Ämtern abberufen worden sei. "CET 21" die über die staatliche Lizenz für die Tätigkeit von "Nova" verfügt.

Polizeischutz

Rozehnal begründete die Entscheidung mit Worten, diese Entscheidung sei mit der Notwendigkeit einer Änderung in der Führung von "Nova" motiviert. "Der Grund sind die unklaren Finanztransaktionen und Verpflichtungen des Senders", sagte Rozehnal. Der Pressesprecher von "CET 21" Martin Chalupsky dementierte jedoch die Information und erklärte, Zelezny bleibe weiterhin Generaldirektor. Gleichzeitig erklärte Chalupsky, "Nova" habe um polizeilichen Schutz ersucht. Einige uniformierte Polizisten seien unterdessen vor dem Prager Sitz von "CET 21" aufgetaucht, hieß es.

Dem Sender "Nova" und Zelezny werden Symphatien zu der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) des Unterhauschefs Vaclav Klaus nachgesagt. Rozehnal hatte kürzlich einige Monate in Untersuchungshaft wegen des Verdachts der verdächtigen Finanztransaktionen verbracht. Auch Zelezny war mehrmals zum polizeilichen Verhör vorgeladen worden und einige Tage in Untersuchungshaft gewesen. (APA)

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