Erekat fordert Zeitplan für israelischen Abzug

14. Juni 2002, 21:53
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Palästinensischer Unterhändler für parallelen Aufbau von staatlichen Institutionen

Ramallah - Der palästinensische Unterhändler Saeb Erekat hat die USA aufgefordert, einen Zeitplan für einen israelischen Abzug aus den besetzten Gebieten aufzustellen. Parallel dazu müssten Institutionen des palästinensischen Staates aufgebaut werden und die israelischen Siedlungen aufgegeben werden, sagte Erekat am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. In Washington war ein Treffen des so genannten Quartetts der Nahost-Vermittler geplant. Zudem sollte US-Außenminister Colin Powell mit Vertretern Israels und der Palästinenser zusammentreffen. Es wird erwartet, dass US-Präsident George W. Bush in der kommenden Woche die Leitlinien der künftigen Nahost-Politik der USA vorstellt.

Die US-Regierung müsse einen Mechanismus und einen Zeitplan zur Beendigung der israelischen Besatzung vorlegen, forderte Erekat. Der am Freitag neu vereidigte Arbeitsminister der Palästinenser-Regierung, Ghassan el Khatib, sagte Reuters, der Regierung müsse angesichts der internationalen Forderungen nach Reformen Zeit und eine Chance gegeben werden. "Die israelische Besatzung wird niemals enden, wenn wir schwach oder korrupt bleiben", sagte Khatib. "Eine reformierte Regierung und ein stärker geeintes Volk werden stärker gegenüber der Besatzung sein."

In Washington sollte Powell mit dem israelischen Armeechef Shaul Mofaz sowie dem palästinensischen Unterhändler Nabil Shaath zusammentreffen. Außerdem waren Gespräche mit dem saudiarabischen Außenminister Saud el Faisal geplant, der am Donnerstag mit Bush und US-Vizepräsident Dick Cheney zusammengetroffen war. Schließlich sollten Vertreter des Quartetts der Nahost-Vermittler - USA, UNO, EU und Russland - zusammentreffen.

Die Europäische Union (EU) plant nach Angaben aus EU-Kreisen, die extremistischen El-Aksa-Brigaden sowie die Volksfront zur Befreiung Palästinas, PFLP, auf die EU-Liste terroristischer Organisationen zu setzten. Die radikale Hamas sowie der Islamische Dschihad (Heiliger Krieg) stehen bereits auf der Liste. Die Gruppen haben sich zu zahlreichen Anschlägen bekannt. (APA/Reuters)

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