Moussaoui will sich selbst verteidigen

14. Juni 2002, 19:05
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Prozess wegen Verschwörung mit den WTC-Attentätern

Washington - Der wegen Verschwörung mit den Attentätern vom 11. September angeklagte Franzose Zacarias Moussaoui hat zu Beginn einer Vorverhandlung in Alexandria im US-Staat Virginia alle Vorwürfe zurückgewiesen. Die Regierung in Washington wisse, dass er nicht in Kontakt mit den Flugzeugentführern gestanden sei, erklärte er bei der Anhörung am Donnerstag und machte klar, dass er sich kein gerechtes Verfahren erwarte: "Ich verstehe vollkommen das Gerichtssystem der USA, und ich werde nie wieder Tageslicht sehen."

Richterin Leonie Brinkema gab Moussaouis Ersuchen statt, sich im Hauptverfahren selbst verteidigen zu dürfen. Die Pflichtverteidiger sollten jedoch an seiner Seite stehen, entschied Brinkema. Die Anklage wirft Moussaoui "Verschwörung mit Osama Bin Laden und der Al-Qa'ida zur Ermordung Tausender unschuldiger Menschen" vor. In zwei anderen mutmaßlichen Terrorfällen in den USA macht die Verteidigung jeweils Verfahrensfehler geltend oder zieht die Beweislast infrage: Der als "Turnschuhbomber" bekannt gewordene Richard Reid habe während seiner ersten Vernehmung unter Einfluss von Beruhigungsmitteln gestanden; die Beweise gegen Abdullah al Muhajir alias José Padilla, der einen Anschlag mit einer "schmutzigen Bombe" geplant haben soll, seien "allenfalls schwach". (Reuters, red, DER STANDARD, Printausgabe 15.6.2002)

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