Tourismus und Freizeit bringen BIP 17,9 Prozent

14. Juni 2002, 16:57
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Laut TSA-Studie betragen die Wertschöpfungseffekte fast 38 Milliarden Euro

Wien - Die gesamte österreichische Tourismus- und Freizeitwirtschaft erreichte im Jahr 2001 Wertschöpfungseffekte von 37,65 Mrd. Euro und leistete damit einen Beitrag zum BIP von 17,9 Prozent. Wie Tourismus-Staatssekretärin Mares Rossmann am Freitag bei der Präsentation der aktuellen TSA (Tourism Satellite Accounts)-Studie sagte, unterstreiche das Ergebnis "die enorme volkswirtschaftliche Bedeutung dieses Sektors." Mit dem TSA sollen die Verflechtungen der Tourismuswirtschaft dargestellt werden und vor allem auch die Dimension des Konsum- und Freizeitverhaltens der Österreicher verdeutlicht werden, so Rossmann.

Das TSA wurde in einem gemeinsamen Projekt von der Statistik Austria und dem Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) im Auftrag des Wirtschaftsministeriums umgesetzt. Ermittelt wurden demnach direkte Wertschöpfungseffekte der Aufwendungen im Tourismus (welche vom Besucher direkt für Waren und Dienstleistungen getätigt werden - etwa in Hotellerie und Gastronomie) in einem Volumen von 13,79 Mrd. Euro (einschließlich Dienst- und Geschäftsreisen) und einen BIP-Anteil von 6,5 Prozent. Im Jahr 2002 soll dieser Anteil auf etwa 6,6 Prozent (2003: 6,7 Prozent) ansteigen. Werden auch indirekte Effekte wie Zulieferer aus Nahrungsmittelindustrie, Baugewerbe etc. berücksichtigt (jedoch ohne Dienst- und Geschäftsreisen) ergibt sich daraus eine Wertschöpfung von 20,11 Mrd. Euro mit einem BIP-Beitrag von 9,5 Prozent. Für 2002 wird eine leichte Steigerung auf 9,7 Prozent prognostiziert (2003: 9,8).

BIP-Beitrag stagniert bei nicht-touristischem Freizeitkonsum

Für den nicht-touristischen Freizeitkonsum der Österreicher am Wohnort wurde für 2001 eine direkte und indirekte Wertschöpfung von 17,54 Mill. Euro sowie ein BIP-Anteil von 8,3 Prozent ermittelt. Der Beitrag zum BIP dürfte nach den Berechnungen stagnieren, im Jahr 2003 leicht anstiegen. Der Anteil der Tourismuswertschöpfung der Inländer ist somit "deutlich größer geworden und geht jetzt in die Statistik ein", wie Egon Smeral vom Wifo erklärte. "Der Kuchen ist größer geworden", betonte Smeral.

Die Gesamtausgaben für Urlaubs- und Geschäftsreisen sowie Verwandten- und Bekanntenbesuche betrugen 2001 25,08 Mrd. Euro. Dabei entfallen 52,7 Prozent auf ausländische Besucher, 43,9 Prozent auf inländische Reisende und 3,4 Prozent auf die Ausgaben der Inländer in Wochenendhäusern bzw. Zweitwohnungen. Die Gesamtausgaben 2002 dürften um 3,5 Prozent ansteigen und 25,95 Mrd. Euro erreichen, so die Berechnungen.

Laut Peter Laimer, Tourismusexperte der Statistik Austira wurden die Daten aus zehn verschiedenen Quellen wie der Gästebefragung Österreich, Reiseverkehrsbilanzstatistik oder Ausgabenerhebungen zusammengefasst. TSA basiert auf von Eurostat, OECD und WTO empfohlenen methodologischen Grundlagen, wurde von der EU initiiert und soll eine internationale Vergleichbarkeit der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus auf Wertschöpfungsbasis ermöglichen. (APA)

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