Salzburgs Seen so sauber wie noch nie

14. Juni 2002, 15:05
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Wasser hat seinen natürlichen Nährstoffgehalt erreicht - Juckreizauslösende Darmparasiten der Wasservögel beiben ein Problem

Salzburg - Der Badesaison in Salzburg steht offenbar nichts mehr im Weg. "Der massive Einsatz für die Reinhaltung der Seen hat sich für uns alle ausgezahlt", sagte Umwelt-Landesrat Othmar Raus (S) am Freitag, bei einer Pressekonferenz in der Stadt Salzburg."Die Seen haben ihren natürlichen Nährstoffgehalt erreicht. Auch ihre Sichttiefe wird immer besser", betonte Raus.

Algenentwicklung ist zurückgegangen

Die jahrzehntelangen Anstrengungen zur Reinhaltung hätten durch die Kanalisierung und die Regelungen zur landwirtschaftlichen Düngung ihre Erfolge gezeigt, meinte der Landesrat. Wesentlich zurückgegangen sei die sommerliche Algenentwicklung im Freiwasser. "Die grünen Algenwatten in den Uferbereichen sind heute nur mehr lokale Relikte", sagte Raus.

Scharfkantige Dreikantmuschel ist heimisch geworden

In der Zwischenzeit seien aber neue, gewässerökologische Probleme aufgetaucht. Raus: "Die Dreikantmuschel ist durch Verschleppung aus dem Gebiet des Kaspischen und Schwarzen Meeres in unseren Seen heimisch geworden. Sie besiedelt Stegpfosten, Ufermauern und Schiffsböden. Durch ihre zerbrechlichen und scharfkantigen Schalen wird sie zum Problem für die Badegäste: Viele zerschnittene Füße trüben das Badevergnügen. Die Muschel ist vor allen in den nährstoffreichen Alpenvorlandseen (Trumerseen) zu finden".

Darmparasiten der Wasservögel weiterhin ein Problem

Als zweites Problem führte Raus die Larven der Saugwürmer, sie sind Darmparasiten der Wasservögel, an. "Ab einer Wassertemperatur von 25 Grad Celsius treiben die Larven (Zerkarien, Anm.) auf der Wasseroberfläche und suchen einen neuen Wirt. Finden sie anstatt eines Wasservogels einen Menschen, bohren sie sich in die Haut und sterben dann ab. Dies führt zu einer harmlosen Quaddelbildung mit meist länger dauerndem Juckreiz". Durch die höheren Wassertemperaturen gebe es leider auch vermehrt Zerkarien am Wasser, betonte der Landesrat.(APA)

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