"Fusion Post-/Bahnbus dienstrechtlich unmöglich"

14. Juni 2002, 14:27
1 Posting

Verkehrsminister besteht auf Eigenständigkeiten und auf Beibehalten der Marken unter Holdingdach "Austrobus"

Wien - Infrastrukturminister Mathias Reichhold (FPÖ) bezeichnete am Freitag eine Fusion von Post- und Bahnbus aufgrund der unterschiedlichen Dienst- und Pensionsrechte als unmöglich. Sowohl die Eigenständigkeit als auch die Marken der beiden Unternehmen sollten unter einem Holding-Dach ("Austrobus") erhalten bleiben, in der Folge sei auch die Teilprivatisierung mit einigen inländischen Busunternehmen das Ziel. Wenn es nicht zur Zusammenführung von Post- und Bahnbus komme, sei zu befürchten, dass der Postbus eines Tages einen ausländischen Eigentümer erhalte, da die ÖIAG als 100-Prozent-Eigentümer einen Verkauf international ausschreiben könnte.

"Anfragen von ausländischen Interessenten gibt es für den Postbus einige", sagte Reichhold. Auch im Infrastrukturministerium seien Angebote aus dem Ausland für den Postbus deponiert worden. Eine Zusammenführung von Post- und Bahnbus würde "Synergieeffekte" (Einsparungen) von 45 Millionen Euro im Jahr bringen, die für den Ausbau des Nahverkehrs zur Verfügung gestellt werden könnten.

ÖBB-Generaldirektor dementiert Zusammenführung

ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde bestätigte am Rande des heutigen 2. Infrastrukturtages im Verkehrsministerium, dass eine Verschmelzung von Post- und Bahnbus wegen der unterschiedlichen Dienstrechte nicht in Frage komme. Die ÖBB hätten ihr Interesse am Postbus im vergangenen September und Oktober bekundet. "Bis Dezember wollten wir die Sache abschließen", sagte vorm Walde. Inzwischen habe der Ministerrat den Kauf des Postbus durch die ÖIAG genehmigt und eine darauf folgende Abgabe eines Drittels an private österreichische Busbetreiber beschlossen.

Nach einem entsprechenden Bewertungsverfahren (Due-diligence-Prüfung) könne "Tinte unter die Verträge gesetzt werden", sagte vorm Walde in Reaktion auf die heutige Aussage aus der ÖIAG, dass eine Due-diligence für den Postbus nicht mehr in Frage komme, da der entsprechende Verkaufspreis (kolportierte 118 Mill. Euro) den ÖBB bereits im vergangenen Herbst genannt worden sei. (APA)

Share if you care.