Westenthaler vs. Fischer

14. Juni 2002, 15:50
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Wien - Nationalratspräsident Heinz Fischer (S) weist die Kritik von FP-Klubobmann Peter Westenthaler an seiner Vorsitzführung im Plenum entschieden zurück. Er behandle alle Abgeordneten, egal von welcher Partei, gleich. "Was ich mir in der Früh beim Rasieren denke, ist etwas anderes." Bei seiner Vorsitzführung spiele das aber keine Rolle, so Fischer am Freitag in einer Pressekonferenz. Westenthaler hatte Fischer gestern nach einem Ordnungsruf Parteilichkeit vorgeworfen und dessen Rücktritt gefordert.

"Ich muss daher ganz cool sagen: Gleiches Recht für alle", meinte Fischer. Es würden alle 183 Abgeordneten gleich behandelt. "Da habe ich ein gutes Gewissen." Nur wenn einer "etwas wehleidig ist", könne er deshalb nicht vom Grundsatz der Gleichbehandlung abgehen.

Der FPÖ-Klubchef zeigte sich am Tag nach seinem Ordnungsruf genötigt, Stellung zum Streit um das "Haus der Geschichte" zu beziehen. In der Frage der Nutzung des Wiener Palais Epstein übte er scharfe Kritik an Parlamentspräsident Heinz Fischer und war ihm eine "völlig unsensible Vorgangsweise" vor. Fischer solle "vom hohen Ross steigen und seine brutale Machtpolitik beenden", so Westenthaler in einer Aussendung am Freitag. (APA/red)

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