Ertrinken ist ein sehr leiser, aber schneller Vorgang

14. Juni 2002, 13:45
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Ertrinkungsfälle passieren meist im Umkreis von zehn Metern zur Aufsichtsperson

Wien - Nicht nur bei Kindern auch bei Erwachsenen ist das Ertrinken ein sehr leiser, aber ein schneller Vorgang. Das sagte Univ.-Prof. Dr. Michael E. Höllwarth, Vorstand der Universitätsklinik für Kinderchirurgie in Graz, bei einer Pressekonferenz in Wien.

Kleinkinder mit dem Kopf unter Wasser verhalten sich in eine Art Todstellreflex

"Besonders bei Kleinkindern ist ein solch leises Ertrinken typisch. Man weiß nicht warum, aber, wenn ein Kleinkind mit dem Kopf unter Wasser kommt, tut es nichts, um sich zu retten. Es verhält sich in eine Art Todstellreflex ganz ruhig", sagte Höllwarth.

Ertrinkungsfälle passieren meist im Umkreis von zehn Metern zur Aufsichtsperson

Deswegen dürfe man sich nicht darauf verlassen, dass solche Ertrinkungsunfälle laut ablaufen würden. "Aus diesem Grund darf man Kinder, die sich in der Nähe eines Gewässers aufhalten, nicht alleine lassen", erklärte der Mediziner. 90 Prozent der ertrunkenen Kinder seien unbeaufsichtigt gewesen. "Dabei waren die Eltern nur kurz telefonieren oder Handtücher, Kleidung oder Essen holen", sagte Höllwarth. Ebenfalls 90 Prozent der Ertrinkungsfälle würden im Umkreis von zehn Metern zur Aufsichtsperson passieren, so der Arzt. Dabei sind laut Univ.-Prof. Dr. Hans M. Grubbauer, Leitender Oberarzt der Intensivstation der Grazer Uniklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, bei solchen Unfälle eher die Buben betroffen, da sie ein anderes Risikoempfinden haben.(APA)

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