Bei Libro fehlen 20 Millionen Euro

14. Juni 2002, 17:42
2 Postings

Banken- und Investorenvorstellungen klaffen weit auseinander

Wien - Der Konkurs der Medienhandelskette Libro scheint besiegelt. Unternehmensinsider rechnen nach wochenlangem Tauziehen damit, dass Libro-Chef Werner Steinbauer am Montag den Gang zum Konkursrichter antritt. Das erforderliche Kapital zur Rettung von Libro werde weder von den Banken noch vom letzten verbliebenen Interessenten aufgebracht werden.

In den Verhandlungen mit dem Chef des Büro- und Schulbedarfherstellers Donau Design, Franz Georg Stern, klaffen die Vorstellungen weit auseinander. Die Banken haben überraschend angeboten, nochmals rund zehn Millionen Euro in die schwer angeschlagene Kette zu pumpen, um Stern die Übernahme schmackhaft zu machen. Stern hat von den Banken dem Vernehmen nach aber 30 Mio. Euro gefordert.

Kluft unüberbrückbar

Auch wenn übers Wochenende beide Seiten nochmals nachbessern sollten, scheint die Kluft unüberbrückbar, sagte ein Kenner der Materie. "Ich sehe sehr geringe Chancen", so ein Wirtschaftsprüfer. Die Banker und Stern haben sich als Deadline Montag 10.00 Uhr gesetzt. Dann heißt es "hopp oder drop". Die mehr als 2300 Mitarbeiter wurden bereits vorsorglich zur Kündigung beim Arbeitsmarktservice vorangemeldet. (Michael Bachner/DER STANDARD, Printausgabe, 15.6.2002)

LINK
Libro
Share if you care.