Neuer Virus – erstmals Bilder infiziert

14. Juni 2002, 17:02
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Wissenschafter fürchten neuen Virengeneration - Schädling derzeit aber noch kaum gefährlich

Ein Virus namens "Perrun" treibt sein Unwesen. Neu an dem Schädling ist, dass er auch jpg Bilder infizieren kann. Forschern der Anti-Viren-Firma-McAfee wurde der Virus zugesendet. Es handelt sich also um einen so genannten "proof-of-concept virus". Der Virus-Author wollte also zeigen "was er kann", wirklich gefährlich ist der Schädling nicht.

Neue Schädlinge

Forscher fürchten allerdings, dass der neue Virus nun als Vorbild für zerstörerische Varianten verwendet werden könnte. Bisher hatten Viren lediglich ausführbare Dateien infiziert, nun könnten auch Musik, Text und Bilddateien Gefahren in sich bergen.

Derzeit kann ein betroffenes jpg-Bild allerdings noch keinen Computer verseuchen. Das zu ändern, dürfte allerdings für Viren-Programmierer kein Problem darstellen, so ein Forscher von McAfee.

Zur Verbeitung

Der Virus verbreitet sich in Form eines traditionellen Win32-Programmvirus (normalerweise proof.exe) und verändert die Registrierung so, dass JPEG-Grafikdateien (.JPG) von einem Extractor (namens EXTRK.EXE) untersucht werden, bevor sie angesehen werden können. Wenn der Extractor Virencode in der Grafikdatei findet, wird dieser ausgeführt.

Keine Panik

"Einige Antiviren-Hersteller sind jetzt geneigt, das Ende der Welt vorherzusagen oder davor zu warnen, dass nun alle Grafikdateien mit Vorsicht zu behandeln sind. Solche Experten sollten ihre Aussagen noch einmal überdenken", sagt Graham Cluley, Senior Technology Consultant bei Sophos Anti-Virus. "Dieser Wurm befindet sich nicht 'in the wild' und außerdem sind Grafikdateien, die mit diesem Virus infiziert sind, harmlos, es sei denn diese Dateien treffen auf einen infizierten Rechner. Dies ist vergleichbar mit einer Erkältung, die nur Menschen befällt, deren Nase bereits läuft."

Technische Details zu dem neuen Virus finden Sie hier (McAfee) oder hier (Sophos).(red)

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