Kameradschaft Germania will wieder marschieren

14. Juni 2002, 10:30
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DÖW: "Neonazistische" Gruppierung ruft zu Demo "gegen Linksextremismus" in Salzburg auf

Wien - Neues kommt von der laut Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) "neonazistischen" Kameradschaft Germania: Die Gruppierung, die bereits an der Organisation der Demonstration gegen die Wehrmachtsausstellung in Wien am 13. April am Heldenplatz beteiligt war, hat für den 27. Juli zu einem Protestmarsch in Salzburg aufgerufen. Das Thema der Veranstaltung lautet laut einer Homepage: "Stoppt den Wahnsinn - Gegen linke Gewalt und Linksextremismus".

Als Treffpunkt wird der Salzburger Hauptbahnhof angegeben, wo sich die Anhänger der Kameradschaft um 12.00 Uhr versammeln wollen. Die Vereinigung hat zudem unter dem Stichwort "Kleiderordnung" gebeten, "auf ordentliches Auftreten zu achten". Weiters: "Jede Fahne und jedes Plakat sind mit den Organisatoren abzusprechen", heißt es auf der Ankündigung. Alkohol wollen die Veranstalter ganz verbieten, ebenso Abzeichen. Hintergrund dafür ist die Furcht vor Anzeigen nach dem Verbotsgesetz.

Flugblatt und Banner auf der Homepage

Mittlerweile hat die Kameradschaft auf der Homepage auch schon ein Flugblatt sowie ein Banner zu dem Protest eingerichtet: "Die Linke in Europa werden immer schwächer, doch durch eine starke Tendenz in Richtung der Anarchoszene haben es einige dieser linksextremen Geschafft mit Chaos, Gewalt und Zerstörung bei den Medien und damit auch beim Volk Aufsehen zu erwecken", heißt es unter anderem in dem Aufruf (die Schreibweise der Originalzitate wurde nicht verändert, Anm.).

Die Demo-Ankündigung ist möglicherweise aber noch mit Vorsicht zu genießen: In einem Internetforum schreibt ein "WotanBGL": Die Demo sei zwar geplant, "aber ich bin mir sicher, dass sie NICHT sein wird".

36 im Verdacht des Verstoßes gegen das NS-Verbotsgesetz

Im Zuge der zuerst von der Kameradschaft angekündigten Demonstration am 13. April hatte es einen Aufmarsch von Neonazis in der Kärntner Straße gekommen. Anhand dreier Videobänder forschte die Polizei insgesamt 36 Verdächtige aus und erstattete Anzeige wegen des Verdachtes gegen das NS-Verbotsgesetz.

Dass Robert F., der für die Kameradschaft Germania meist im Internet präsent ist, für die nächste Zeit wieder Aktionen plant, war auf Grund von Aktivitäten der Gruppierung absehbar. So bat die "KSGermania" zuletzt in einem Internet-Forum mit den Worten "Hallo Kameraden!" um Hilfe: "Wir wollen noch einige Demonstrationen durchführen. An Arbeitswillen wird es nicht scheittern allerdings am nötigen Kleingeld! Wir wollen hier keinen um Geld 'anschnorren' aber wir brauch folgende Dinge sehr dringen!", appellierte die Kameradschaft. Gesucht werden u.a. Transportmittel, ein Ordnerdienst und ein Rednerpult. (APA)

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