Staatliche Sexual-Kampagnen unsinnig

17. Juni 2002, 11:46
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Studie: Initiativen zur sexuellen Enthaltsamkeit mit katastrophalen Auswirkungen

Paris - Staatliche Sexual-Kampagnen sind jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge unsinnig. Programme, die zumeist vor ungewollten Schwangerschaften warnen und Kondome empfehlen, verringern nicht die Schwangerschaftsrate unter Minderjährigen, ist das Ergebnis einer Studie, die am Samstag in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" erscheint.

Geradezu katastrophale Auswirkungen hätten Initiativen, die zur sexuellen Enthaltsamkeit aufforderten, warnen darin die AutorInnen. Bei Mädchen, die an solchen Kampagnen teilnähmen, liege die Wahrscheinlichkeit einer ungewollten Schwangerschaft um 50 Prozent höher als bei Nicht-Teilnehmerinnen. Bei fünf von 31 Anti-Schwangerschafts-Programmen, um bei elf- bis 18-jährigen Teenagern eine sexuelle Enthaltsamkeit zu bewirken, nahmen Schwangerschaften sogar zu.

Die von ForscherInnen an der McMaster University in Ontario (Kanada) erstellte Studie untersuchte 26 Anti-Schwangerschafts-Programme in verschiedenen westeuropäischen Staaten und in den USA. Am größten ist das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft demnach in den Vereinigten Staaten: Hier betraf es 93 von 1.000 Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren. Danach folgten England und Wales mit 63 sowie Kanada mit 43 ungewollten Schwangerschaften. (APA/pte)

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