Waldbrände in Colorado: Ehestreit als Auslöser des Flammeninfernos

17. Juni 2002, 13:04
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Forstangestellte wird verdächtigt aus Ärger über Ehemann Feuer gelegt und größten Waldbrand in der Geschichte des US-Bundesstaats ausgelöst zu haben

Denver - Eine 38 Jahre alte Mitarbeiterin der US-Forstbehörde ist am Sonntag unter dem Verdacht festgenommen worden, für den größten Waldbrand in der Geschichte des US-Bundesstaats Colorado verantwortlich zu sein. Der 38-jährigen T. Barton wird nach Angaben der Ermittler angelastet, den Brand absichtlich gelegt zu haben.

Brief von Ehemann verbrannt

Sie habe zugegeben, dass sie am 8. Juni während einer Patrouille aus Ärger über einen Brief ihres von ihr getrennt lebenden Ehemannes, Feuer gemacht habe, um das Schreiben zu verbrennen. Sie hätte noch versucht, das Feuer einzudämmen, aber der Brand sei schnell außer Kontrolle geraten, sagte ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft. Im Falle einer Verurteilung drohen der Waldarbeiterin insgesamt 15 Jahre Haft und eine Strafe von einer halben Million US-Dollar (530.000 Euro). Bei dem Feuer wurden mehr als 41.000 Hektar Wald vernichtet.

1800 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen

Der seit einer Woche tobende Waldbrand war am Sonntag zu einem Drittel unter Kontrolle. Schauer, niedrigere Temperaturen und schwächere Winde halfen den rund 1800 Feuerwehrleuten bei Denver am Wochenende zunächst bei der Arbeit. Dann wurde der Wind aber wieder stärker, so dass Löschflugzeuge nicht startet konnten. Mit Flugzeugen, Maschinen der US-Luftwaffe und Helikoptern wird Brand hemmender Schaum versprüht.

Flammen galten weiterhin als unberechenbar

Die Flammen galten weiterhin als unberechenbar. 22 Häuser wurden bisher zerstört. Mehr als 100 Anwohner durften in Begleitung von Helfern für einige Stunden in ihre Häuser. Über 5000 Menschen warten weiter in Notquartieren. Nach einem Wechsel der Windrichtung ist die Hauptstadt Denver vorerst nicht mehr von den Flammen bedroht.

Die Katastrophenschutzbehörde (FEMA) hat 20 Millionen Dollar (21 Millionen Euro) für die Brandbekämpfung zur Verfügung gestellt. Die Feuerwehr schließt nicht aus, dass die Flammen erst im September völlig unter Kontrolle gebracht werden können. Colorados Gouverneur Bill Owens hat im gesamten Staat das Feuermachen im Freien verboten.

Wald- und Buschbrände sind ein jährlich wiederkehrendes Phänomen im Westen der Vereinigten Staaten. Nach jahrelanger Dürre und einem außergewöhnlich trockenen Winter wird die ganze Region dieses Jahr besonders stark von Feuern heimgesucht. (APA)

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