CSU will Schreiber aus Partei ausschließen

13. Juni 2002, 20:38
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Waffenlobbyist hatte Kanzlerkandidat Stoiber belastet

München - Die CSU will eine der Schlüsselfiguren in der Spendenaffäre der CDU, den Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber, aus der Partei ausschließen. Der Vorstand des Kreisverbandes Landsberg, dem Schreiber angehört, habe den Ausschluss Schreibers beim Bezirksschiedsgericht Oberbayern zu beantragt, teilte die CSU am Donnerstagabend in München mit. Als Grund gibt der Kreisverband an, Schreiber habe versucht, den Eindruck zu erwecken, bei der CSU gebe es einen Spendenskandal. Schreiber habe damit die CSU verleumdet und gegen das Loyalitätsprinzip verstoßen. CSU-Generalsekretär Thomas Goppel teilte mit: "Die unhaltbaren Vorwürfe von Karlheinz Schreiber, die den Versuch unternehmen (CSU-Chef und Unionskanzlerkandidat) Edmund Stoiber und die CSU ins Zwielicht zu rücken, schädigen das Ansehen der Partei und ihres Vorsitzenden." Es sei nötig, einen Trennungsstrich zu ziehen.

Schreiber hatte vor einigen Wochen bei seiner Vernehmung durch den Spenden-Untersuchungsausschuss des Bundestags im kanadischen Toronto erklärt, er habe dem inzwischen verstorbenen CSU-Spendensammler Franz Dannecker zwei Millionen Mark (rund eine Million Euro) an Spenden zukommen lassen und einen geheimen Fonds für die Partei in der Schweiz aufgelegt. Dies habe Stoiber gewußt. Stoiber hatte die Vorwürfe zurück gewiesen. Schreiber ist Schlüsselfigur der CDU-Spendenaffäre, weil er CDU-Politikern nicht verbuchte Spenden zukommen ließ. (Reuters)

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    Schreiber (links) und Stoiber (rechts)

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