ORF muss sparen ...

13. Juni 2002, 19:32
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... bevor er Geld fordert, sagen Stiftungsräte

"Es ist eine österreichische Unsitte, sofort an Einnahmenerhöhungen zu denken und nicht an Reduktion der Ausgaben": Helga Rabl-Stadler erteilt dem bürgerlichen ORF-Betriebsratschef Heinz Fiedler im STANDARD-Gespräch eine harsche Abfuhr. Er forderte höhere Gebühren und weniger Werbebeschränkungen (siehe dazu: Betriebsratschef will mehr Geld von Sehern - Sparen geht nicht mehr, sagt Vertreter 2600 ORF-Angestellter).

Die Chefin des ORF-Finanzausschusses und Sprecherin bürgerlicher Stiftungsräte entgegnet: Fiedler, ebenfalls Stiftungsrat, liege falsch, wenn er keine Sparmöglichkeiten beim Personal mehr sehe. Denn: Ob hoher Kinder-und Familienbeihilfen "ist dem Normalbürger nicht zu erklären, warum der ORF zusätzlich Kinder- und Wohngeld zahlt". Eine Anpassung der - seit 1998 unveränderten - Gebühren kann sie sich 2004 vorstellen: Sie wolle erst ein ganzes Jahr ORF-Sparkurs erleben. Bis Herbst soll das Management die entsprechende Finanzplanung vorlegen.

Stiftungsratschef Klaus Pekarek, der FP zugeordnet, verweist auf Anfrage ebenfalls auf zunächst zu erledigende "Hausaufgaben" des ORF. Eine Gebührenerhöhung ist für ihn "allerletzte Maßnahme". Davor sieht er: eine Abgeltung für Gebührenbefreiungen durch die Republik (im Kanzleramt winkt man derzeit ab); weiter verbesserte Schwarzseherfahndung und lockerere Werbebeschränkungen. Auch für diese ist Sparen Vorbedingung, sagt Rabl-Stadler. (fid/DER STANDARD; Printausgabe 14.6.2002)

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