Südkoreas Regierungspartei bei Kommunalwahlen schwer geschlagen

13. Juni 2002, 19:24
posten

Wichtiger Stimmungstest für Präsidentenwahlen im Dezember

Seoul - Die in Südkorea regierende Demokratische Millenniumspartei (MDP) hat bei den Kommunal- und Regionalwahlen am Donnerstag eine deutliche Niederlage erlitten. Dagegen zeichnete sich ein Sieg für die oppositionelle Grosse Nationalpartei (GNP) ab. Nach Auszählung von mehr als 40 Prozent der Stimmen errang die konservative GNP die politische Kontrolle in 11 von 16 Provinzen und Grossstädten, darunter in Seoul.

Die Abstimmung galt als wichtiger Stimmungstest für die Präsidentenwahlen im Dezember. Eine Serie von Finanzskandalen in den vergangenen Wochen hat der regierenden MDP nach Meinung von Experten viele Stimmen gekostet. In die Skandale sind auch zwei Söhne und politische Vertraute von Staatspräsident Kim Dae Jung verwickelt. Kim, der die MDP gegründet hatte, war im Gefolge der Skandale aus seiner Partei ausgetreten. Der Friedensnobelpreisträger kann sich im Dezember nach seiner fünfjährigen Amtszeit laut Verfassung nicht erneut zur Wahl stellen.

Die Fussball-Begeisterung im Gastgeberland der Weltmeisterschaft und eine allgemeine Politikverdrossenheit wirkten sich negativ auf die Wahlbeteiligung aus. Nach vorläufigen Angaben der Nationalen Wahlkommission (NEC) fanden nur knapp 48 Prozent der 34,7 Millionen Stimmberechtigten den Weg zu den Wahllokalen. Wahlforschern zufolge schadete die WM-Begeisterung vor allem dem Regierungslager, da besonders viele junge Menschen der Wahl fernblieben. (APA/dpa)

Share if you care.