Wal-Tod in der Ostsee zurückgegangen

15. Juni 2002, 17:57
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Nach der stark gestiegenen Quote des Vorjahrs heuer erst zwei Schweinswale an der Küste angespült

Stralsund - Die Rate von toten Schweinswalen, die an die Ostseeküste angsepült werden, ist im Jahr 2002 deutlich zurückgegangen. Bislang seien zwei tote Tiere entdeckt worden, sagte der Stralsunder Meeresbiologe Gerhard Schulze am Donnerstag. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums Stralsund dagegen 22 tote Wale an der Küste geborgen. Das war mehr als das Doppelte der Vorjahre. Die Ursachen seien noch immer unklar, hieß es.

Starker Parasitenbefall oder Viren könnten als Todesursache ausgeschlossen werden, sagte Schulze. Die Tiere seien an Darm-, Herz- Kreislauferkrankungen sowie Lungenentzündungen gestorben oder verfingen sich in Netzen der Fischer. "Wir wissen nicht, was wir daraus schließen sollen", ergänzte der Meeresbiologe Klaus Harder. Nach Angaben der Wissenschafter ist die Schadstoffbelastung in der Ostsee in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Zudem würden mehr Schadstoffe nicht zu einem abrupten Anstieg der Todesfälle führen. "Schadstoffe lagern sich im Fettgewebe ab und verursachen später Folgeerkrankungen", sagte Schulze.

Der Bestand der Ostsee-Schweinswale wird auf 600 bis 1.000 geschätzt. Sie stellen nach Angaben der Stralsunder Forscher eine eigenständige Population dar. Besonders problematisch sei es, wenn die Lungenatmer in die Netze schwimmen und dort verenden. Tote Schweinswale - vor allem Jungtiere - werden vor allem in den Sommermonaten an der Ostseeküste gefunden.(APA/dpa)

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