Dell peilt weltweite Spitze an

13. Juni 2002, 15:48
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Kauf eines IT-Beraters geplant

Wien - Der weltweit tätige US-Computerkonzern Dell will seine Konkurrenz mit Hilfe einer ausgeklügelten Firmenstrategie in die Knie zwingen. "Wir haben bereits die Führung am PC-Markt übernommen, als nächstes wollen wir den Server-Markt in Angriff nehmen", erklärte der für Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) verantwortliche Regionaldirektor Kevin Libert in einem Gespräch mit der APA. Vor allem Beratung will der Konzern künftig stärker in die Verkaufsstrategie, einbinden. "Wir streben immer mehr in Richtung Consulting", so Libert. Daher plane man schon in Bälde die Akquisition eines IT-Beraters.

Der texanische Großkonzern will sich in Zukunft außerdem stärker in Europa engagieren. Priorität habe hier der Server-Markt, der derzeit in Europa wieder einen Aufschwung erlebe. "Nach dem Sterben der Internetunternehmen waren Server nicht sehr gefragt", erklärte Libert. Nun sehe er wieder einen Aufwärtstrend, insbesondere bei Linux-Plattformen. Derzeit würden zwölf Prozent der Geräte mit dem Betriebssystem ausgeliefert.

Marktführerschaft in den USA

Während sich Dell im Servergeschäft weltweit auf Platz zwei hinter HP/Compaq sieht, kann er für die USA bereits auf die Marktführerschaft verweisen. In Österreich liege der Marktanteil allerdings erst bei 6,3 Prozent, doch "gegenüber den fünf Prozent vom Vorjahr haben wir eine Steigerung erlebt", bemerkte Libert.

Weiter punkten will Dell künftig unter anderem mit einer neuen Hochleistungstechnologie Infiniband, die gerade in Kooperation mit Microsoft entwickelt wird. Die neue Entwicklung werde als "Grundstein für die Herstellung einer neuen Generation von Supercomputern" gesehen, berichtete Libert weiter. Vor allem die extremen Anforderungen der Gentechnik - beispielsweise bei der Entschlüsselung des menschlichen Erbguts - an die Rechner rücke so genannte "Supercomputer" immer mehr in den Vordergrund.

Infiniband-Technologie sorgt für Hochgeschwindigkeitsverbindung

"Bisher galten Supercomputer nur als Vorläufer der heutigen PCs", so Libert. Doch mittlerweile würden sich solche Geräte immer mehr zum kommerziellen Standard entwickeln. "Besonders Finanzanalysten oder Biotechnologie-Unternehmen wollen diese Hochleistungsprodukte."

Die neue Infiniband-Technologie sorge für eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen den Servern, die in der Herstellung wesentlich billiger sind als bisherige Systeme. Nicht nur ein extrem hoher Datendurchsatz, sondern auch die nahtlose Integration in existierende Rechenzentren soll Infiniband in Zukunft auszeichnen. "Die Hardware-Entwicklung ist unsererseits abgeschlossen, nun muss Microsoft die Software herstellen", so Libert.(APA)

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