Banken wehren sich gegen Polit-Vorwürfe

13. Juni 2002, 17:59
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Haider beziffert "Schaden" mit "hundert Milliarden Schilling"

Wien - Gegen die Vorwürfe von Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (FPÖ) und Justizminister Dieter Böhmdorfer (FPÖ) im Zusammenhang mit dem so genannten Lombard-Klub wehren sich Österreichs Banken. Faktum sei, dass die Preise für Bankprodukte in Österreich so niedrig seien wie sonst fast nirgends in Europa. "Dass wissen auch die Herren Haider und Böhmdorfer", so Bank Austria-Sprecher Martin Hehemann zur APA. Es werde offenbar eine ganze Branche mit rund 80.000 Arbeitnehmern für Parteipolitik missbraucht, ohne Rücksicht auf Fakten oder Verluste.

Auch die Raiffeisen Zentralbank (RZB) spricht davon, dass offenbar ohne Rücksicht auf Verluste und das nötige Verantwortungsgefühl eine ganze, volkwirtschaftlich bedeutende Branche zerschlagen werden soll, um politisches Kleingeld einzusammeln. Belegt sei, dass die österreichischen Bankkunden im Europäischen Vergleich sehr günstige Konditionen genießen.

Haider: Schaden von hundert Milliarden Schilling

Haider hatte heute den "Schaden", der den österreichischen Bankkunden aus den Absprachen im Lombard-Klub entstanden sei mit "100 Mrd. Schilling" (7,27 Mrd. Euro) beziffert. Er forderte eine "Wiedergutmachung", deren Mittel für die Steuerreform verwendet werden sollten.

Eine "Wiedergutmachung" bedeute, dass die Banken angesichts eines erwarteten gesamten Jahresüberschusses von 2,7 Mrd. Euro für 2001 zusperren müsste, hieß es aus einer Bank heute zur APA. Der Finanzminister müsste ihnen sofort die Lizenz entziehen, weil sie dann nicht mehr über die nötigen Mittel verfügten. Eine andere Möglichkeit sei, sich ans Ausland zu verkaufen. (APA)

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