Kaprun: "Es soll ein fairer Prozess werden"

13. Juni 2002, 15:12
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Seilbahnen-Sprecher verurteilt Medien-Berichterstattung

Salzburg - Schwere Vorwürfe an der Vorausberichterstattung diverser Medien im Vorfeld des Kaprun-Prozesses übt der Geschäftsführer des Verbandes der Österreichischen Seilbahnunternehmungen, Erik Wolf. Es gebe wiederholt Fälle von Vorverurteilungen, so dass die Gefahr bestehe, dass auf das offene Verfahren Einfluss genommen werde, sagte Wolf am Donnerstag. Der Kaprun-Prozess beginnt am Dienstag kommender Woche.

Meinungsmanipulation

Als Beispiel nannte er einen Artikel in der aktuellen Ausgabe der Info-Illustrierten "News", in der Gutachter des Verfahrens zu Wort kommen. "Unter einem Bild von Gutachtern heißt es zum Beispiel: 'Ein Feuerlöscher hätte genügt, und nichts wäre passiert'", kritisiert Wolf. Derartige Äußerung würden zu einer Meinungsbildung beitragen, die in einem laufenden Verfahren problematisch seien. Aber auch im ORF-"Report" dieser Woche seien "Dinge gebracht worden, die in diese Richtung gehen". "Ich sehe die Entwicklung mit großer Sorge", so der Verbands-Geschäftsführer.

Schonungslose Aufklärung ohne Medien

"Ich will nicht, dass etwas unter den Tisch gekehrt wird, ich will nur, dass alle einen fairen Prozess haben." Dazu müssten sich aber die Medien das Mediengesetz in Erinnerung rufen, in dem geregelt sei, dass auf offene Verfahren kein Einfluss genommen werden dürfe. "Wir haben ein gutes Rechtssystem. Die schonungslose Aufklärung, die auch wir wollen, soll aber nicht in den Medien passieren, dazu sollten wir uns der vertrauensvollen Gerichte bedienen", so Wolf. (APA)

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