VKI strebt Musterprozess gegen Banken an

13. Juni 2002, 14:59
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Konkreter Schaden für Kontoinhaber muss messbar sein

Wien - Der Verein für Konsumentenschutz (VKI) strebt gegen die Banken des Lombard-Klubs zur Klärung der Rechtslage einen Musterprozess an. Zuvor müsse aber noch abgeklärt werden, in wie weit sich aus den Zinsabsprachen ein konkreter Schaden für Kontoinhaber, Sparer oder Kreditnehmer ermessen lasse, heißt es in einem Bericht im heutigen Ö3-Mittagsjournal.

In einem ersten Schritt wolle der VKI sich bei der EU-Kommission um Akteineinsicht bemühen, um mehr über die Absprachen im Lombard-Klub zu erfahren. Sobald ein konkreter Schaden definiert werden könne, soll in weiterer Folge über einen Musterprozess mit einem geschädigten Konsumenten gegen die Banken des Lombard-Klubs ein Schadenersatzprozess geführt werden.

Rechtsituation sehr kompliziert

Die Rechtsituation sei jedoch sehr schwierig, betonte VKI-Experte Peter Kolber. Zur Prüfung von Schadenersatzforderungen von Verbrauchern gegen Banken auf Grund kartellrechtswidriger Absprachen sei es notwendig, dass man als Verbraucher einen konkreten Schaden und auch die Kausalität behaupten könne, erläuterte er. Das bedeute, dass man ableiten können müsse, dass wegen einer Absprache zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Schaden entstanden sei.

Den Konsumenten rät Kolber vorerst, den Musterprozess abzuwarten, vor allem, wenn man keine Rechtschutzversicherung habe. Die Zeit dränge jedoch, zumal die Ansprüche innerhalb von drei Jahren verjähren. Der VKI hoffe jedoch, dass die Recherchen in etwa einem halben Jahr zu einem Ergebnis führen.(APA)

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