Agrana hat Rekordjahr hinter sich

13. Juni 2002, 15:59
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In heimische Fabriken werden 60 Millionen Euro gesteckt - Einkaufsbummel in Serbien und Kroatien folgt

Wien - Der an der Wiener Börse notierte Zucker- und Stärkekonzern Agrana will "quantitativ und qualitativ weiter wachsen". Mit einer prall gefüllten "Kriegskasse" von 90,4 Mill. Euro, einer guten Eigenkapital-Quote von 47,7 Prozent und einer Gearing-Relation Nettofinanzverschuldung zu Eigenmitteln von 9,4 Prozent habe man "Room to move" und sei gerüstet für weitere Akquisitionen, waren sich die beiden Agrana-Vorstände Generaldirektor Johann Marihart und Walter Grausam am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz einig. Als neue Märkte ins Auge gefasst habe die Agrana Kroatien und Serbien.

Das "Projekt Kroatien" laufe bereits seit eineinhalb Jahren. Die Gespräche gestalten sich äußerst schwierig, so Grausam. Der kroatische Zuckermarkt sei mit einer Verarbeitungsmenge von 150.000 Tonnen relativ klein. Derzeit gebe es drei Zuckerfabriken, davon befinde sich eine in Konkurs und zwei seien reverstaatlicht worden. Die Agrana habe bei der kroatischen Regierung ein offizielles Angebot als Partner oder Miteigentümer gelegt, "die kroatischen Mühlen mahlen jedoch - wie tibetanische - sehr langsam", klagte Grausam. Es sei alles offen, "das Potenzial ist da", gab sich der Agrana-Vorstand dennoch optimistisch.

In Serbien geht der Markt erst auf

Für die 14 Zuckerfabriken mit einer Verarbeitungsmenge von 400.000 Tonnen werde es bald öffentliche Erstausschreibungen geben, die "gesamten Rahmenbedingungen sind aber derzeit noch sehr dynamisch in Bewegung", so Grausam.

Im Geschäftsjahr 2001/2002 (per Ende Februar) wurde bei Umsatz und Gewinn neue Rekordwerte erreicht. Dazu haben sowohl die österreichischen Stärke- und Zuckerfabriken, als auch die internationalen Beteiligungen beigetragen. Die Dividende soll daher vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung um 21 Cent auf 1,30 Euro je Aktie erhöht werden. Seit 1. Jänner d.J. ist die Agrana im Prime Market der Wiener Börse notiert und müsse daher binnen Jahresfrist alle Vorzugsaktien in Stammaktien umwandeln. Die Umwandlung werde mit Ablauf des 30. September 2002 im Verhältnis 1:1 vollzogen.

Umsatz um elf Prozent gestiegen

Aus einem um 11 Prozent von 760,2 auf 842,8 Mill. Euro gestiegenen Konzernumsatz - zwei Drittel des Umsatzes wurden in Österreich gemacht - resultierte 2001/2002 ein operativer Gewinn (EBIT), der mit 76,0 Mill. Euro um 14 Prozent über dem Vorjahreswert von 66,7 Mill. Euro lag. Das Ergebnis vor Ertragssteuern legte um gut ein Viertel von 51,2 auf 64,1 Mill. Euro zu, der Jahresüberschuss wies ein 18-prozentiges Plus von 37,6 auf 44,3 Mill. Euro aus. Im Agrana-Konzern waren im abgelaufenen Jahr 4.463 Mitarbeiter (2000/2001: 4.753) beschäftigt.

In das neue Geschäftsjahr gehe die Agrana "mit Optimismus" - das zuletzt erreichte Ergebnisniveau soll weiter verbessert werden. Beim Umsatz werde es leichte Rückgänge geben, weil man das Futtermittelhandelsgeschäft zurück nehmen wolle. In den heimischen Stärkebereich (Aschach, Gmünd) sollen in den nächsten drei Jahren Investitionen in der Höhe von 60 Mill. Euro fließen, im Zuckerbereich (Hohenau, Leopoldsdorf, Tulln) werde das Investitionsniveau wie üblich bei rund 10 Mill. Euro liegen. (APA)

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