"Tat mit großer Brutalität"

13. Juni 2002, 13:23
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Prostituierten-Mörder könnte auch andere Frauen misshandelt haben

Wien - Jener 36-jährige Mann, der am Mittwoch wegen des Verdachtes, eine 52-jährige Prostituierte ermordet zu haben, verhaftet wurde, könnte auch andere Frauen mit diesem Beruf misshandelt haben. Der Mann sei bei der Tötung von Elisabeth S. mit großer Brutalität vorgegangen, sagte Dr. Hannes Scherz, Mordreferent im Sicherheitsbüro. "Die Obduktion hat ergeben, dass die Frau einige Handlungsspuren im Gesicht, wie einen Nasenbeinbruch, hatte. Danach hat er sie mit Würgen und Drosseln umgebracht", so Scherz.

Frauenhasser

"Der Mann hat in seiner Einvernahme gesagt, dass er Frauen hassen würde", berichtete der Mordreferent. Er habe noch nie in seinem Leben eine Beziehung gehabt, da er gröbere sexuelle Probleme hatte. "Er braucht beim Sex mehr Zeit", sagte Scherz. Zudem hatte Helfried B. Praktiken wie Fesselungsspiele sehr gerne. Deswegen hatte der 36-Jährige die Dienste von Prostituierten in Anspruch genommen - besonders jene von älteren Liebesdienerinnen, da diese mehr Geduld mit ihm hatten. Bei Elisabeth S. sei er bereits zwei bis drei Mal gewesen.

Todesurteil

Am Mordabend, dem 6. Juni, sei B. mit der 52-Jährigen in seine Wohnung in Wien-Penzing gefahren. Dort haben die beiden mit ihrem Liebesspiel begonnen, berichtete Scherz. "Aber Elisabeth S. hat das Ganze zu lange gedauert und zu ihm 'Mach schneller' gesagt", sagte der Jurist. Das dürfte ihr Todesurteil gewesen sein. B. ohrfeigte die Prostituierte mehrmals. Zunächst wehrte sich die 52-Jährige noch. Doch der ÖBB-Bedienstete verletzte die Frau mit mehreren heftigen Schlägen im Gesicht. "Zunächst würgte er sie und dann erdrosselte er sie mit einem Lederband", so Scherz. (APA)

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