EU-Bevölkerung wächst mehr durch Zuwanderung als Geburten

13. Juni 2002, 12:47
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Ohne Ausländer-Zuzug wäre Bevölkerung in Deutschland, Griechenland, Italien und Schweden rückläufig

Brüssel - Europas Bevölkerung wächst derzeit größtenteils durch Zuwanderung. Im Jahr 2000 (aktuellere Zahlen liegen nicht vor) wuchs die Bevölkerung in den 15 EU-Ländern laut Eurostat um mehr als eine Million Menschen (2,8 Promille) auf rund 377,5 Millionen. Nur ein Drittel davon entfiel auf das natürliche Bevölkerungswachstum (Geburten minus Sterbefälle). Ohne die internationale Wanderung würden Deutschland, Griechenland, Italien und Schweden sogar einen Bevölkerungsrückgang verzeichnen. Verglichen mit 1999 ging die Zuwanderung im Vorjahr aber insgesamt leicht zurück, während das natürliche Wachstum zunahm.

Die Zunahme des natürlichen Wachstums ist laut Eurostat auf mehr Geburten (plus 1 Prozent) und weniger Sterbefälle (minus 1,9 Prozent) zurückzuführen. In Irland, Luxemburg, den Niederlanden und Frankreich ließ der "Millenniumseffekt" 2000 die Bevölkerungszahl durch Geburten sogar um mehr als 3 Promille steigen. In Frankreich wuchs die Bevölkerung 2000 insgesamt um 5 Promille, 4,1 Promille davon entfielen auf das natürliche Wachstum.

Österreich im EU-Schnitt

Luxemburg hatten 2000 relativ gesehen mit 8,3 Promille der Bevölkerung die höchste Zuwanderung, gefolgt von Irland (5,3 Promille) und den Niederlanden (3,3 Promille). Österreich liegt mit 2,1 Promille bzw. 17.300 Einwanderern bei einem Gesamtbevölkerungswachstum von 2,3 Promille leicht über dem EU-Schnitt. Das natürliche Wachstum belief sich in Österreich 2000 nur auf 1.500 Menschen bzw. 0,2 Promille. Die niedrigste Zuwanderungsquote verzeichneten Finnland, Spanien und Frankreich mit weniger als einer Person pro 1.000 Einwohner. In absoluten Zahlen migrierten im Jahr 2000 rund 680.000 Menschen in die EU-Länder.

In den meisten EU-Ländern sind die Zuwanderer keine EU-Bürger. Zuwanderer aus Nicht-EU-Ländern stellen in Italien (71 Prozent), Österreich (66 Prozent), Deutschland (57 Prozent), Schweden (56 Prozent) und den Niederlanden (52 Prozent) mehr als die Hälfte aller Zuwanderer. In Luxemburg hingegen kommen 69 Prozent der Zuwanderer aus der EU. Der Anteil der eigenen Staatsangehörigen an den Zuwanderungsströmen schwankt zwischen acht Prozent (Luxemburg) und 53 Prozent (Irland).

In den Abwanderungsströmen befinden sich - mit Ausnahme von Deutschland - mehr eigene Staatsangehörige als in den Zuwanderungsströmen. In Finnland und Italien liegt der Anteil der eigenen Staatsangehörigen bei mehr als 80 Prozent. In Österreich und Deutschland hingegen wandern hingegen verhältnismäßig viele Nicht-EU-Bürger (mehr als 60 Prozent des Abwanderungsstroms) ab. (APA)

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