Duisenberg: Euro gut für Integration

13. Juni 2002, 15:40
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OeNB-Tagung: Nachhaltiges Wirtschaftswachstum erfordert Zusammenarbeit und Strukturreformen - Liebscher: Weitere Strukturreformen notwendig

Wien - Der Euro habe bereits zu einem höheren Grad zu Integration und mehr Wettbewerb in der Eurozone beigetragen und werde dies auch in Zukunft tun, sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, bei der am Donnerstag und Freitag stattfindenden 30. Volkswirtschaftlichten Tagung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in der Hofburg in Wien. Nachhaltiges Wachstum erfordere wirtschaftliche Zusammenarbeit und Strukturreformen. Die Euro-Einführung sei zwar eine notwendige Ergänzung des Binnenmarktes gewesen, noch sei aber das Ende des Binnenmarktes nicht erreicht, betonte Duisenberg.

Unter Bezugnahme auf den österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter wies Duisenberg in seinem Referat, das unter dem Titel "Der Euro als Integrations- und Wettbewerbsmotor in der Wirtschafts- und Währungsunion" stand, weiters darauf hin, dass die wirtschaftliche Entwicklung aus der anhaltenden Einführung von neuen Produkten und Produktionstechnologien bestehe. Alte ökonomische Strukturen müssten zerstört und neue aufgebaut werden, und die regulierende Rahmenbedingungen müssten so gestaltet werden, dass sie dies auch ermöglichten, indem sie die richtigen Anreize für Innovationen, Dynamik und Wirtschaftswachstum setzten.

Liebscher: Einhaltung des Stabilitäts- und Wachstumspakts "unerlässlich"

Für den Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Klaus Liebscher, ist die Einhaltung des Stabilitäts- und Wachstumspakts für ein reibungsloses Funktionieren der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) "unerlässlich". Die Regierungen in Europa sollten sich bei ihren fiskalischen Konsolidierungsbemühungen verstärkt mit den Auswirkungen ihrer Steuer- und Sozialsysteme auf Wachstum und Wohlstand auseinander setzen, sagte EZB-Ratsmitglied Liebscher am Donnerstag.

Der OeNB-Gouverneur signalisierte in diesem Zusammenhang "volle Unterstützung" für das Ziel der österreichischen Bundesregierung, bis zum Jahr 2010 die Steuerbelastung auf 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu senken und gleichzeitig ein ausgeglichenes Budget sicher zu stellen.

(APA)

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