... und so pflegte man sich früher

13. Juni 2002, 11:57
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Duftsäckchen unter dem Arm, parfümierte Schwämme unter der Kleidung ... oder man stank einfach vor sich hin

Wien - Der Wunsch, seinen Körper zu pflegen, ist dem Menschen angeboren. Er wird wie die Nahrungsaufnahme vom Stammhirn geregelt. Im Lauf der Jahrhunderte unterlag der Stellenwert der persönlichen Hygiene starken Schwankungen, beeinflusst von den Lebensumständen, dem Selbstverständnis der Menschen und der aktuellen Mode.

Enthaart und parfümiert

In der Antike wollten Frauen und Männer einander in Sachen Wohlgeruch übertrumpfen. Die Ägypter und Ägypterinnen nahmen parfumierte Bäder und benutzten duftende Salben. Die Römer taten es den Griechen gleich und befestigten nach einer sorgfältigen Epilation unter ihren Armen Duftsäckchen. Die Hellenen gingen nach Angaben des französischen Körperpflege-Spezialisten Clarins sogar so weit, für jeden Körperteil ein anderes Parfum zu benützen.

Die adeligen Frauen im Mittelalter lehnten Bäder ab und experimentierten lieber mit Aromen. Die "unteren" Gesellschaftsschichten hatten ohnehin andere Sorgen. Auch die feinen Damen der Renaissance rieben sich mit duftenden Essenzen ein.

Wasser macht krank ...

Im Zeitalter der Aufklärung gehörte es endgültig zum "guten Ton", sich nicht zu waschen. Man fürchtete, sich über das Wasser mit Krankheiten anzustecken. Wenigstens wurde die Unterwäsche beim geringsten Anlass gewechselt. Die Menschen glaubten, dass die Schweißgerüche mit der schmutzigen Wäsche verschwinden. Besonders raffiniert: Unter den Kleidern trug man parfumierte Schwämme.

Mit dem 19. Jahrhundert wechselte die Mode. Körpergerüche bekamen für so manchen Zeitgenossen einen geradezu verführerischen Aspekt. Zum Ende der Epoche wurden dann wieder "desodorierende Rezepte" modern. Darunter verstand man beispielsweise das berühmte Schwertlilienpulver, eine Mischung auf der Basis des Mehls der Schwertlilie aus Florenz, Bergamotte-Rinde, Schwarze Johannisbeerblüten und Gewürznelken. Solche Mittel leisteten in den Achselhöhlen der Damen und Fräulein gute Dienste.

Die Mutter aller Deos

1895 war es endlich so weit: Das erste Deodorant kam auf den Markt. Es folgten die ersten modernen Deos mit Tonerde- und Aluminiumsulfaten. Heute hält ein gutes Deodorant - erhältlich als Roll-On, Spray, Stick oder Creme - bis zu 24 Stunden lang frisch, sofern es auf gründlich gereinigte Haut aufgetragen wird. Ohne Alkoholzusatz und dank sanfter Formel ist es gut hautverträglich, duftet zart und hinterlässt keine klebenden Rückstände. (APA)

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