Moskaus Angst vor Krawall-Konzerten

13. Juni 2002, 19:01
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Zwei Absagen: Ozzy Osbourne "moralisch missliebig", Rammstein mit "radikal eingestellten" Fans

Moskau - Nach den schweren Fußball-Krawallen in Moskau ist ein für den 19. Juni geplantes Open-Air-Konzert der deutschen Hardrock-Gruppe Rammstein in der russischen Hauptstadt abgesagt worden, ein Auftritt von Ozzy Osbourne gar nicht erst genehmigt. Die Polizei und die Moskauer Stadtführung befürchteten eine Wiederholung der Ausschreitungen, erklärten die Konzertveranstalter am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax.

Schließlich seien viele Fans der Gruppe Rammstein "radikal eingestellte Jugendliche, darunter viele Skinheads". Die sechs Musiker der Band mit brachialem Touch würden aber trotzdem nach Moskau kommen, um im Radio mit ihren Fans über Extremismus und Faschismus zu diskutieren, hieß es.

Nach der russischen WM-Niederlage gegen Japan am vergangenen Sonntag hatten Jugendliche sich im Stadtzentrum eine Straßenschlacht mit der Polizei geliefert, bei der ein Mensch getötet und etwa 70 verletzt wurden.

Nach Angaben der Wochenzeitung "Moskowskije Nowosti" hatten die Moskauer Behörden ein Verbot des Rammstein-Konzerts bereits vor den Fußball-Krawallen erwogen. Auch für ein Konzert des britischen Schockrockers Ozzy Osbourne sei keine Genehmigung erteilt worden, was das Blatt als Zensur "moralisch missliebiger" Künstler wertete. Im vergangenen November hatte Rammstein in der ausverkauften Luschniki-Eishalle gespielt, ohne dass es zu Zwischenfällen kam. (APA/dpa)

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