Kehrtwende der Musikindustrie bei Online-Musik

13. Juni 2002, 11:43
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Universal und Sony verkaufen Songs im Web ohne Beschränkung

Die beiden Musikgiganten Universal Music Group und Sony Music Entertainment haben sich für eine neue Download-Strategie für ihre Musik entschieden. Sie werden künftig den Konsumenten ihr Repertoire einfach und kostengünstig im Internet anbieten, berichtet die Los Angeles Times. Die Songs der beiden großen Labels sollen nicht nur beim eigenen Online-Portal Pressplay erhältlich sein, sondern auch bei unabhängigen Online-Händlern wie Amazon, Best Buy und Sam Goody. Außerdem wird auf den Versuch, eine Verwendung auf anderen Geräten bzw. das Brennen auf CDs zu verhindern, verzichtet. Dieser von Analysten und Händlern begrüßte "große Schritt in die richtige Richtung" bedeutet eine entscheidende Kehrtwende der bisherigen Online-Politik. Der seit längerem bröckelnden Mauer der Musikindustrie gegen die Online-Distribution dürfte damit endgültig der Einsturz drohen.

Angebot

Universal plant noch in diesem Sommer Neuveröffentlichungen wie auch ältere Songs als Singles für 99 US-Cent oder weniger über Online-Händler wie Amazon anzubieten. Ein Album soll 9,99 Dollar kosten. Dabei soll es auch möglich sein, Lieder online zu kaufen bevor sie noch als CD erhältlich sind. Wesentlich für Konsumenten und somit auch Händler ist aber der Verzicht auf Kopierschutzmaßnahmen. Dem Kunden wird erlaubt über das gekaufte Produkt zu verfügen, es also in andere Formate zu transformieren und damit mobil zu machen. Universal setzt aber nicht auf das populäre MP3-Format, sondern zunächst auf das Audio-Format von Liquid Audio. Dieses soll bessere Tonqualität bieten. Es ist aber wie auch das MP3-Format leicht transformierbar und per Internet transportabel.

Rückgewinnung

Mit der Entscheidung hoffen die beiden Labels, an Online-Tauschbörsen verlorene Kunden zumindest teilweise wieder zurück zu gewinnen. Zahlreiche Analysten haben der Musikindustrie attestiert, mit ihrer Online-Strategie auf dem Holzweg zu sein. Zuletzt hat David Bowie in einem Interview mit der New York Times das Ende der Labels und des Copyrights in den nächsten zehn Jahren prophezeit. Der Kritik wird nun offensichtlich Rechnung getragen. Einzige Vorsorge bei den Downloads wird ein digitales Wasserzeichen sein, das bei jeder Kopie weiter übertragen wird, um das Zurückverfolgen bis zum ursprünglichen Käufer zu ermöglichen. (pte)

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