Schämen Sie sich nicht

14. Juni 2002, 09:17
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... wenn der Schweiß fließt: Er ist gesund und notwendig - doch die ÖsterreicherInnen sind Körperpflegemuffel

Wien - Körperpflege ist ein heikles Thema. Auf die direkte Frage "Wie oft wäscht Du Dich?" antworten fast 90 Prozent der Bevölkerung sofort: "Täglich." Hygieniker und Ärzte meinen allerdings, dass das für nicht mehr als etwa die Hälfte auch wirklich zutrifft. Deo-Muffel sind die Österreicher auch noch: Gerade einmal jeder zweite Mann schützt sich Umfragen zufolge mit einem Deodorant gegen üble Gerüche in Folge von Achselschweiß. Bei den Frauen sind es etwa 66 Prozent.

Die Transpiration ist ein natürlicher Vorgang und für das Gleichgewicht des Organismus notwendig: Auf diesem Weg erfolgt die Wärmeregulierung, die Haut wird mit Feuchtigkeit versorgt und Giftstoffe werden durch die Schweißdrüsen ausgeschwemmt.

- Wärmeregulierung: Durch die Verdunstung von Schweiß wird die Körpertemperatur bei etwa 37 Grad Celsius gehalten.

- Feuchtigkeitsversorgung: Die im Schweiß enthaltenen Substanzen tragen zum Aufbau des Hydro-Lipid-Films bei, er ist der natürliche Schutzschild der Haut.

- Beseitigung von Giften: Die Ausscheidung bestimmter Stoffe trägt zur Entgiftung der Haut bei.

Was Schweiß ist

Hauptverantwortliche für den Vorgang sind die Schweißdrüsen. Jeder Mensch hat über den ganzen Körper verteilt zwei bis fünf Millionen ekkrine Drüsen. Sie geben eine klare, geruchlose Flüssigkeit ab, die hauptsächlich aus Wasser und in geringem Ausmaß aus Harnstoff und Mineralsalzen besteht.

Vorwiegend in den Achselhöhlen sind die apokrinen Drüsen angesiedelt, etwa zehn Stück pro Quadratzentimeter Haut. Sie sondern eine ebenfalls geruchlose, eher milchige und leicht zähe Flüssigkeit ab, die aus Fetten, Proteinen und Hormonen besteht. Schweiß entsteht durch die Vermischung dieser beiden Sekrete.

Hygiene

Schwitzen ist eine ganz natürliche Sache - sich waschen und ein Deo verwenden zwar eine kulturell erlernte, doch sollte dies auch aus gesundheitlichen Gründen nicht vergessen werden: Unter den Achseln, einem abgeschlossenen, wenig belüfteten, feuchten und warmen Milieu, verwandelt sich der Schweiß im Handumdrehen in eine Nährlösung für Bakterien, was das Entstehen schlechter Gerüche begünstigt. (APA)

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