Pflegenotstand in Salzburg

13. Juni 2002, 10:27
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Landeskrankenhaus musste ganzes Stockwerk schließen - zuwenig diplomierte Pfleger

Salzburg - Der Pflegenotstand im Salzburger Landeskrankenhaus (LKH) nimmt immer schlimmere Ausmaße an. Auf der I. Medizin Klasse musste ein ganzes Stockwerk wegen Personalmangels geschlossen werden, auf der Frauenstation sind vorübergehend zehn Betten gesperrt. Um die ärgste Personalnot zu lindern, hat das Spital jetzt diplomierte Kräfte bei einem Linzer Personalverleiher geleast, berichtet die "Salzburger Volkszeitung".

Der Betriebsratsvorsitzende der Landesspitäler, Bernhard Treschnitzer, spricht von "massiven Problemen". Nach seinen Angaben fehlen im Salzburger Landeskrankenhaus 50 bis 60 Mitarbeiter im Pflegedienst. Der Leiter der zuständigen Abteilung des Landes, Alois Grüner, betonte, dass man ebenfalls angebotene slowakische Pflegehelferinnen abgelehnt habe. Und seitens des Arbeitsamtes hätte man zwar 130 arbeitslose Hilfskräfte, aber nur 15 mit Diplom.

Pflegedirektorin Margarete Hader hofft auf den Nachwuchs der Salzburger Krankenpflegeschule. 70 der 97 Diplomschwestern, die heuer im Herbst mit der Ausbildung fertig werden, hätten sich beworben. Der Betriebsrats-Vorsitzende bezweifelt aber, dass so viele auch tatsächlich bleiben werden. (APA)

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