Geschworene finden kein Urteil gegen Andersen

13. Juni 2002, 10:19
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Beratungen nach sieben Tagen beendet

Houston - Im Prozess wegen Behinderung der Justiz gegen die US-Rechnungsprüfungsfirma Arthur Andersen haben die Geschworenen ihre Beratungen ohne ein Urteil beendet. Nach sieben Tagen informierten sie am Mittwoch Richterin Melinda Harmon in Houston (Bundesstaat Texas), sie seien nicht in der Lage gewesen, eine einstimmige Entscheidung zu treffen. Die Richterin will den Anwälten vorschlagen, die neun Männer und Frauen zu einem erneuten Versuch aufzufordern.

Andersen wird beschuldigt, Berge von Akten über den Pleite gegangenen Energiekonzern Enron vernichtet zu haben, nachdem Ermittlungen über die Buchhaltungspraktiken des Unternehmens bekannt geworden war.

Enron wird vorgeworfen, seine prekäre Finanzlage mit Hilfe von dubiosen Partnerschaften verschleiert zu haben. Tausende Beschäftigte und Investoren verloren Millionen von Dollar, als das Unternehmen Anfang Dezember dann seinen Bankrott erklärte und die Aktien im Sturzflug fielen. Andersen war Enrons Rechnungsprüfungsfirma. Im Fall eines Schuldspruchs drohte dem Unternehmen neben einer Geldstrafe ein Verbot der Rechnungsprüfung bei öffentlichen Unternehmen.

(APA/dpa)

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