"Wir schaffen das alleine"

13. Juni 2002, 10:01
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Indiens Vize-Außenminister lehnt die Stationierung ausländischer Soldaten in Kaschmir ab - Pakistan widerspricht Rumsfeld: El Kaida in Kaschmir nicht aktiv

Srinagar - Indien hat am Donnerstag die Stationierung ausländischer Truppen auf seinem Territorium zum Kampf gegen mutmaßliche El Kaida-Terroristen im indischen Teil von Kaschmir abgelehnt. Die indischen Truppen seien selbst in der Lage, "mit der Situation zurecht zu kommen", sagte der stellvertretende Außenminister Omar Abdullah am Donnerstag vor Journalisten in der Sommerhauptstadt von Kaschmir, Srinagar.

Die indische Tageszeitung "Times of India" hatte am Vortag berichtet, die USA wollten die Entsendung von ausländischen Truppen in die Krisenregion von Kaschmir vorschlagen. Offiziell solle die Maßnahme als Hilfe im Kampf gegen El Kaida deklariert werden, meldete die Zeitung. Der Bericht wurde umgehend von amerikanischer Seite dementiert.

Abdullah begrüßte jedoch ausdrücklich die Warnung von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, dass sich Kämpfer des internationalen Terrornetzes El Kaida auch in Kaschmir aufhielten. Endlich nehme auch die internationale Gemeinschaft die Bedrohung ernst, sagte der Vize-Außenminister.

Pakistan weist Rumsfelds Vorwürfe zurück

Pakistan hat der Aussage von US-Verteidigungsminister Rumsfeld widersprochen, wonach die Terrororganisation El Kaida in Kaschmir aktiv sein soll. Es sei nicht vorstellbar, dass El Kaida-Kämpfer die Grenze in Kaschmir erreichen könnten, sagte der pakistanische Präsidentensprecher General Rashid Qureshi. Rumsfeld nahm am Donnerstag in Pakistan seine Gespräche auf, nachdem er am Mittwoch Indien besucht hatte. Rumsfeld will die Kriegsgefahr zwischen den Atommächten abbauen.

Vor seiner Abreise aus Neu Delhi hatte Rumsfeld gesagt, es gebe Hinweise, dass El Kaida an der Grenze in Kaschmir aktiv sei. Obwohl er hinzufügte, dass es keine harten Beweise gebe, erregte die Aussage in Indien großes Aufsehen. "USA wollen El Kaida an Kaschmir-Grenze jagen", titelte die Zeitung "Asian Age" am Donnerstag.

Unterdessen ist es an der Demarkationslinie in Kaschmir zu neuerlichen Gefechten zwischen indischen und pakistanischen Soldaten gekommen, dabei waren nach vorliegenden Informationen drei Tote zu beklagen. (APA)

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