US-Journalist in Simbabwe wegen Falschmeldung vor Gericht

13. Juni 2002, 09:40
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Zwei Jahre Haft drohen

In Simbabwes Hauptstadt Harare hat am Mittwoch der Prozess gegen den Journalisten Andrew Meldrum begonnen. Dem US-Amerikaner wird vorgeworfen, "Falschinformationen" veröffentlicht zu haben. Er hatte berichtet, Anhänger von Simbabwes Staatspräsident Robert Mugabe hätten im Vorfeld der Präsidentenwahlen vom März eine Oppositionsanhängerin enthauptet. Meldrum droht eine Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren.

Der 50-jährige Journalist, der seit über 20 Jahren in den südafrikanischen Land lebt, hatte in Simbabwe in der Zeitung "Daily News" einen Mann zitiert, der behauptete, seine Frau sei von militanten Anhängern von Mugabe und seiner Partei Zanu-Pf im Beisein ihrer zwei Kinder enthauptet worden. Die Information stellte sich schließlich als falsch heraus, die Zeitung entschuldigte sich. Mugabe wertete dies allerdings als eine vom Westen gestütztes Komplott, mit dem sein Image geschädigt werden sollte.

Korrespondent plädiert auf unschuldig

Der Korrespondent der britischen Tageszeitung "Guardian" plädierte am Mittwoch auf unschuldig, weil er "nicht absichtlich falsche Informationen publiziert" habe, sagte Meldrums Anwältin Beatrice Mtetwa der Nachrichtenagentur Reuters. Der Prozess wird fortgesetzt. Laut "Guardian" ist neben Meldrum im Zusammenhang mit dem selben Artikel noch Lloyd Mudiva angeklagt, ein Journalist der "Daily News".

Es ist dies der erste Prozess, der unter dem neuen und repressiven Mediengesetz verhandelt wird. Das Gesetz war im Februar verabschiedet worden. Es verbietet das Verbreiten von "Falschmeldungen". Außerdem begrenzt es die Zahl der ausländischen Journalisten in Simbabwe und stellt journalistische Arbeit unter eine Reihe von Auflagen. So benötigt jeder Journalist in Simbabwe eine Erlaubnis der Regierung, um seine Arbeit auszuüben. (APA/Reuters)

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