Der Karin-Cluster

15. Juni 2002, 14:44
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Astronomen entdeckten Gruppe von 39 Asteroiden - mit Spuren einer Kollision, die "gerade eben" erst stattfand

London - Mit der Entdeckung einer Gruppe von Asteroiden hoffen Wissenschafter mehr über die Entstehung unseres Sonnensystems und der Erde zu erfahren. Sie identifizierten insgesamt 39 Asteroiden. Der Trümmerhaufen, dem die Forscher den Namen Karin-Cluster gaben, bildete sich vermutlich beim Auseinanderbrechen eines größeren Asteroiden nach einer Kollision. Das berichtet ein Team um David Nesvorny vom Southwest Research Institute in Boulder (US-Staat Colorado) im britischen Fachblatt "Nature".

Die Gruppe identifizierte die Karin-Familie im so genannten Asteroidenhauptgürtel zwischen Mars und Jupiter. Die beiden größten Fragmente besitzen einen Durchmesser von 14 und 19 Kilometern. Mit einem Analyseverfahren, das in erster Linie die Position und Umlaufbahnen der Asteroiden berücksichtigt, datierten die Forscher - zum ersten Mal überhaupt - den genauen Zeitpunkt der Kollision.

Diese Explosion da neulich ...

Angesichts des Lebensalters unseres Sonnensystems von etwa 4,5 Milliarden Jahren hat die Kollision vor 5,8 Millionen Jahren "gerade eben" erst stattgefunden. Dadurch sind auch die Spuren des Zusammenstoßes auf der Oberfläche der Asteroiden etwa durch Verwitterung und Erosion noch nicht ausgelöscht. Sie geben Auskunft darüber, was bei dem Zusammenstoß genau geschah und ermöglichen den Forschern, auch Rückschlüsse auf die Entstehung der Erde zu ziehen.

Asteroiden zählen zu den Bausteinen der Planeten. Über Millionen von Jahren werden "wachsende" Planeten von den kleineren Bruchstücken bombardiert und gewinnen dabei allmählich an Größe. (APA/dpa)

Vgl. "Nature", (Bd. 417, S. 720)
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Zwischen Mars und Jupiter liegt der Asteroidengürtel

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