Mehr Kaffee durch Bienen-Hilfe

13. Juni 2002, 20:03
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Sträucher können sich selbst bestäuben - doch bei Bienen-Beteilung gibt es größere Früchte

London - Kaffeesträucher produzieren mehr und schwerere Früchte, wenn umherschwirrende Bienen die Befruchtung der Pflanzen unterstützen. Obwohl die Kaffeesträucher sich für gewöhnlich selbst bestäuben können, steigert die Mithilfe der Insekten die Erträge um bis zu 50 Prozent, berichtet der Wissenschaftler David Roubik im britischen Fachblatt "Nature". Für eine erfolgreiche Agrarwirtschaft müssten folglich auch die Lebensräume der Bienen bewahrt werden, erklärt der Forscher vom Smithsonian Tropical Research Institute in Panama.

Roubik hatte beobachtet, dass sich sowohl einheimische Insekten als auch die eingeführte Afrikanische Honigbiene auf den Blüten der Kaffeesträucher (Coffea arabica) niederließen. Die größte Steigerung des Ertrages verzeichnete Roubik, wenn ausschließlich die Honigbienen die Blüten aufsuchten. Ebenso hatte er beobachtet, dass in den Ländern Lateinamerikas die Einführung der Afrikanischen Honigbiene mit einer Zunahme der Kaffee-Erträge zusammenfiel.

Andersherum zeigten Daten aus Langzeituntersuchungen, dass die Zerstörung der Lebensräume von Insekten zu einem Rückgang der Erträge führt. Denn obwohl sich die Anbauflächen der Kaffeeplantagen in den vergangenen 40 Jahren verdoppelt bis verfünffacht haben, sind als Folge der intensiven Landwirtschaft die Erträge in einigen Gegenden im selben Zeitraum um 20 bis 50 Prozent gesunken. (APA/dpa)

Vgl. "Nature", (Bd. 417, S. 708)
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