39,6 Millionen Schadenersatz für Exraucher

12. Juni 2002, 18:58
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Tabakkonzerne haben Berufung eingelegt

Miami - Führende amerikanische Zigarettenhersteller mit Philip Morris an der Spitze sollen nach dem Willen eines Geschworenengerichts im US-Bundesstaat Florida 37,5 Millionen Dollar (39,6 Mio. Euro) Schadenersatz an einen krebskranken Exraucher bezahlen. Ob der todkranke Mann noch etwas von dem Geld sehen wird, ist fraglich, die Tabakkonzerne haben Berufung eingelegt.

Nach einem zweiwöchigen Prozess fällte das Gericht das Urteil zugunsten des 76-jährigen John Lukacs, ein ehemaliger Anwalt, der an Blasen- und Zungenkrebs leidet. Der ehemalige Anwalt hatte bis 1971 täglich drei Packungen Zigaretten geraucht, worin er die Ursache seines 1991 ausgebrochenen Krebsleidens sieht. Der Argumentation der Verteidiger, der Mann habe über die Gefahren des Rauchens gewusst, folgten die Geschworenen nicht.

Zusätzlich zu dem nun erstrittenen Schadensersatz steht dem 76-Jährigen auch ein Anteil des Rekordstrafgeldes von 145 Milliarden Dollar zu, das nach einer Sammelklage von Rauchern in Florida vor zwei Jahren verhängt worden war. Fraglich ist, ob der Mann, dem infolge seiner Erkrankung auch die Zunge amputiert werden musste, das Geld noch zu Lebzeiten erhält. Seine Ärzte geben ihm nur noch sieben Monate zu leben. (moe/DER STANDARD, Printausgabe 13.06.2002)

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